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	<title>Kommentare zu: Bekenntnisse eines Wissenschaftlers</title>
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	<description>Gedanken. Erinnerungen. Konstrukte. - Erzählungen, Experimente, Ergebnisse eines fraktalen Zeitalters.</description>
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		<title>Von: bad_indicator</title>
		<link>http://badindicator.de/blog/2009/11/16/bekenntnisse-eines-wissenschaftlers/comment-page-1/#comment-2127</link>
		<dc:creator>bad_indicator</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 06 Dec 2009 15:56:34 +0000</pubDate>
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		<description>Hallo Christoph,

vielen Dank für deinen Gedankengang. Ich bin mir nicht sicher, ob ich ihn ganz richtig verstehe, aber ich versuche mal, dazu etwas zu sagen. Vielleicht hat mein Verständnisproblem damit zu tun, dass wir über unterschiedliche Begriffe reden, wenn du oder ich von &quot;Zweck&quot; sprechen. In meinem Sinne finden sich Zwecke nicht in der Natur, nirgendwo. Zwecke sind ein genuines Merkmal, welches nur durch bewusste Wesen in die Welt kommt. 
Das Problem scheint mir doch zu sein, dass uns die Naturwissenschaften gerade lehren, es gebe keinen Zweck hinter unserer Existenz oder dem von Bewusstsein. Diese Dinge haben sich evolutionsbiologisch ausgeprägt, aber das ist völlig kontingent; reiner Zufall, die kontingente Variation von physikalischen Systemen unter einem Selektionsdruck. Die großen Wanderdünen in Wüsten sind ebenso Produkt eines Selektionsverfahrens wie wir, um es pointiert auszudrücken; und die Existenz von Wanderdünen hat ebensowenig einen Zweck wie unsere. 
Ich stimme dir zu, dass es z.Zt. eine Tendenz dazu gibt, spezifische Eigenarten des Mensch-Seins zu nivellieren oder negativ zu belegen. Das gilt etwa für das Glauben oder Träumen. Der Hintergrund dafür ist der Versuch, die gesamte Wirklichkeit - und damit auch die Lebenswirklichkeit - naturwissenschftlich zu erfassen und zu rationalisieren. Das hat auch eine psychologische Komponente, denn letztlich geht es natürlich nie ausschließlich um das Erklären, sondern auch um die Bestimmung dessen, was wir überhaupt real nennen: Es geht darum, den Naturwissenschaften die Deutungshoheit über das gesamte menschliche Leben zu verschaffen. Man kann - denke ich - beobachten, dass dieser Prozess, während er früher vielleicht ein Nebeneffekt war, heute durchaus intendiert in den Vordergrund rückt. Wenn man Neurowissenschaftler wie Herrn Singer betrachtet, erkennt man das meiner Ansicht nach recht gut. 
Dieser Konflikt, den du hier vermutest - nämlich der zwischen biologischer Herkunft auf der einen Seite und der Potenz des menschlichen Bewussseins auf der anderen Seite - wird dadurch nicht gelöst, sondern negiert. Wenn du vom &quot;Geist ohne Körper&quot; träumst, dann setzt du damit den Dualismus zwischen Körper und Geist voraus - und exakt das wird im Zuge der aktuellen Debatten nach und nach eliminiert, zumindest ist das Versuch. 
Ich bin nicht sicher, wie ich das verstehen soll, wenn du sagst, der Mensch könne oder müsse sich von der Vorstellung von Zwecken etc. lösen. Was bedeuten Fähigkeiten, wenn sie sich auf nichts mehr richten können? Warum sollten Menschen ihre Fähigkeiten einsetzen, wenn doch alles, was sie zu tun vermögen, rein kontingent ist, willkürlich, beliebig? Welchen Sinn ergibt das dann?
Vielleicht kannst du dich etwas genauer erklären :)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Christoph,</p>
<p>vielen Dank für deinen Gedankengang. Ich bin mir nicht sicher, ob ich ihn ganz richtig verstehe, aber ich versuche mal, dazu etwas zu sagen. Vielleicht hat mein Verständnisproblem damit zu tun, dass wir über unterschiedliche Begriffe reden, wenn du oder ich von &#8220;Zweck&#8221; sprechen. In meinem Sinne finden sich Zwecke nicht in der Natur, nirgendwo. Zwecke sind ein genuines Merkmal, welches nur durch bewusste Wesen in die Welt kommt.<br />
Das Problem scheint mir doch zu sein, dass uns die Naturwissenschaften gerade lehren, es gebe keinen Zweck hinter unserer Existenz oder dem von Bewusstsein. Diese Dinge haben sich evolutionsbiologisch ausgeprägt, aber das ist völlig kontingent; reiner Zufall, die kontingente Variation von physikalischen Systemen unter einem Selektionsdruck. Die großen Wanderdünen in Wüsten sind ebenso Produkt eines Selektionsverfahrens wie wir, um es pointiert auszudrücken; und die Existenz von Wanderdünen hat ebensowenig einen Zweck wie unsere.<br />
Ich stimme dir zu, dass es z.Zt. eine Tendenz dazu gibt, spezifische Eigenarten des Mensch-Seins zu nivellieren oder negativ zu belegen. Das gilt etwa für das Glauben oder Träumen. Der Hintergrund dafür ist der Versuch, die gesamte Wirklichkeit &#8211; und damit auch die Lebenswirklichkeit &#8211; naturwissenschftlich zu erfassen und zu rationalisieren. Das hat auch eine psychologische Komponente, denn letztlich geht es natürlich nie ausschließlich um das Erklären, sondern auch um die Bestimmung dessen, was wir überhaupt real nennen: Es geht darum, den Naturwissenschaften die Deutungshoheit über das gesamte menschliche Leben zu verschaffen. Man kann &#8211; denke ich &#8211; beobachten, dass dieser Prozess, während er früher vielleicht ein Nebeneffekt war, heute durchaus intendiert in den Vordergrund rückt. Wenn man Neurowissenschaftler wie Herrn Singer betrachtet, erkennt man das meiner Ansicht nach recht gut.<br />
Dieser Konflikt, den du hier vermutest &#8211; nämlich der zwischen biologischer Herkunft auf der einen Seite und der Potenz des menschlichen Bewussseins auf der anderen Seite &#8211; wird dadurch nicht gelöst, sondern negiert. Wenn du vom &#8220;Geist ohne Körper&#8221; träumst, dann setzt du damit den Dualismus zwischen Körper und Geist voraus &#8211; und exakt das wird im Zuge der aktuellen Debatten nach und nach eliminiert, zumindest ist das Versuch.<br />
Ich bin nicht sicher, wie ich das verstehen soll, wenn du sagst, der Mensch könne oder müsse sich von der Vorstellung von Zwecken etc. lösen. Was bedeuten Fähigkeiten, wenn sie sich auf nichts mehr richten können? Warum sollten Menschen ihre Fähigkeiten einsetzen, wenn doch alles, was sie zu tun vermögen, rein kontingent ist, willkürlich, beliebig? Welchen Sinn ergibt das dann?<br />
Vielleicht kannst du dich etwas genauer erklären <img src='http://badindicator.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> </p>
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		<title>Von: Christoph</title>
		<link>http://badindicator.de/blog/2009/11/16/bekenntnisse-eines-wissenschaftlers/comment-page-1/#comment-2126</link>
		<dc:creator>Christoph</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 05 Dec 2009 16:52:26 +0000</pubDate>
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		<description>Ich denke, dass sich hier ein großer Zwiespalt des menschlichen Bewusstseins offenbart, der sich hauptsächlich aus der Geschwindigkeit der Entwicklung nährt. Wie du schreibst, ist der Beginn dieser Entwicklung in der Antike zu suchen. Ich würde ihn da ansetzen, wo Instinkt zu Bewusstsein - die Handlung zu Absicht wurde. Ich betrachte diese Entwicklung als einen kontinuierlichen Prozess, der abgekoppelt von der biologischen Evolution stattfindet und der, in ferner Zukunft - vielleicht über die Zeitspanne der menschlichen Existenz hinaus - andauert und ein, wie auch immer geartetes, Ende hat. 

Den Zwiespalt den ich hier sehe ist der zwischen der biologischen Herkunft, die das Bewusstsein mit einem evolutionären Zweck hat enstehen lassen, auf der einen, und den sich aus den schieren Fähigkeiten des menschlichen Bewusstseins ergebenden Möglichkeiten auf der anderen Seite. 

Unsere Biologische Herkunft lässt uns lieben - als chemischen Prozess. Sie lässt uns Glauben - als Erklärungsansatz für das Unerklärliche. Sie lässt uns vermuten - zum Ersetzen von Unbekannten in einer Gleichung die wir des Überlebens willens für uns lösen müssen. Diese zweckgebundene Existenz unseres Bewusstseins nimmt uns die Fähigkeit einer Auseinandersetzung mit seinen rohen, auf keine Absicht programmierten Fähigkeiten. 

Diese Entwicklung kann meiner Meinung nach in einer Vergeistlichung des Lebens in geregelte(re) Bahnen geführt werden. Diese Vergeistlichung, von jeher in der Domäne des Glaubens zu verorten, müsste jedoch auch ihrer Zweckbindung enthoben werden - Eine nicht zu lösende Forderung, da bei konsequenter Anwendung der Mensch einfach verhungern würde - da der Glaube von jeher nicht nur spirituelle Anleitung ist sondern auch immer das Verhalten des Menschen  lenkt. 

Aktuell ist ein Werteverlust zu vernehmen der meiner Meinung nach seine Ursprünge in der Verdrängung des Glaubens, des Träumens und des Vermutens hat. Hier Manifestiert sich der Zwiespalt ausserhalb unseres Bewusstseins in der Interaktion mit anderen. Es ist offensichtlich das durch die Möglichkeit des selbstbestimmten Lebens koventionelle Sozialstrukturen zerbrechen. Während große Teile der Menscheit Trost in der Zweckbindung ihrer Existenz finden gibt es andere, man könnte sie überheblich und von meinem Standpunkt aus weiterentwickelte nennen, die erkannt haben das die Zweckbindung uns Trost vermitteln soll wo für sie keiner gebraucht wird! Nicht die Herkunft und Absicht unserer Existenz sind es die uns bestimmen sollten - Die Fähikeiten und deren Umsetzung sind es!

Liebe ist ein chemischer Prozess, enstanden aus der Notwendigkeit der Fortpflanzung? Dann ersetze sie durch eine ungebundene Liebe gegenüber allem. Schwer? Natürlich - Aber es hat ja keiner gesagt das es leicht wäre :)

Natürlich ist dieser Konflikt in letzter Instanz nur zu lösen wenn das Bewusstsein ausserhalb der Biologischen Hülle sein kann. Eine für mich nicht zu beantwortende Frage - sie betrifft mich in meiner kurzen noch verbleibenden Spanne jedoch auch nicht....daher mache ich mit dem für mich erreichbaren weiter und überlasse das Gottwerden späteren Generationen ;)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich denke, dass sich hier ein großer Zwiespalt des menschlichen Bewusstseins offenbart, der sich hauptsächlich aus der Geschwindigkeit der Entwicklung nährt. Wie du schreibst, ist der Beginn dieser Entwicklung in der Antike zu suchen. Ich würde ihn da ansetzen, wo Instinkt zu Bewusstsein &#8211; die Handlung zu Absicht wurde. Ich betrachte diese Entwicklung als einen kontinuierlichen Prozess, der abgekoppelt von der biologischen Evolution stattfindet und der, in ferner Zukunft &#8211; vielleicht über die Zeitspanne der menschlichen Existenz hinaus &#8211; andauert und ein, wie auch immer geartetes, Ende hat. </p>
<p>Den Zwiespalt den ich hier sehe ist der zwischen der biologischen Herkunft, die das Bewusstsein mit einem evolutionären Zweck hat enstehen lassen, auf der einen, und den sich aus den schieren Fähigkeiten des menschlichen Bewusstseins ergebenden Möglichkeiten auf der anderen Seite. </p>
<p>Unsere Biologische Herkunft lässt uns lieben &#8211; als chemischen Prozess. Sie lässt uns Glauben &#8211; als Erklärungsansatz für das Unerklärliche. Sie lässt uns vermuten &#8211; zum Ersetzen von Unbekannten in einer Gleichung die wir des Überlebens willens für uns lösen müssen. Diese zweckgebundene Existenz unseres Bewusstseins nimmt uns die Fähigkeit einer Auseinandersetzung mit seinen rohen, auf keine Absicht programmierten Fähigkeiten. </p>
<p>Diese Entwicklung kann meiner Meinung nach in einer Vergeistlichung des Lebens in geregelte(re) Bahnen geführt werden. Diese Vergeistlichung, von jeher in der Domäne des Glaubens zu verorten, müsste jedoch auch ihrer Zweckbindung enthoben werden &#8211; Eine nicht zu lösende Forderung, da bei konsequenter Anwendung der Mensch einfach verhungern würde &#8211; da der Glaube von jeher nicht nur spirituelle Anleitung ist sondern auch immer das Verhalten des Menschen  lenkt. </p>
<p>Aktuell ist ein Werteverlust zu vernehmen der meiner Meinung nach seine Ursprünge in der Verdrängung des Glaubens, des Träumens und des Vermutens hat. Hier Manifestiert sich der Zwiespalt ausserhalb unseres Bewusstseins in der Interaktion mit anderen. Es ist offensichtlich das durch die Möglichkeit des selbstbestimmten Lebens koventionelle Sozialstrukturen zerbrechen. Während große Teile der Menscheit Trost in der Zweckbindung ihrer Existenz finden gibt es andere, man könnte sie überheblich und von meinem Standpunkt aus weiterentwickelte nennen, die erkannt haben das die Zweckbindung uns Trost vermitteln soll wo für sie keiner gebraucht wird! Nicht die Herkunft und Absicht unserer Existenz sind es die uns bestimmen sollten &#8211; Die Fähikeiten und deren Umsetzung sind es!</p>
<p>Liebe ist ein chemischer Prozess, enstanden aus der Notwendigkeit der Fortpflanzung? Dann ersetze sie durch eine ungebundene Liebe gegenüber allem. Schwer? Natürlich &#8211; Aber es hat ja keiner gesagt das es leicht wäre <img src='http://badindicator.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Natürlich ist dieser Konflikt in letzter Instanz nur zu lösen wenn das Bewusstsein ausserhalb der Biologischen Hülle sein kann. Eine für mich nicht zu beantwortende Frage &#8211; sie betrifft mich in meiner kurzen noch verbleibenden Spanne jedoch auch nicht&#8230;.daher mache ich mit dem für mich erreichbaren weiter und überlasse das Gottwerden späteren Generationen <img src='http://badindicator.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> </p>
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		<title>Von: käthe friedrich</title>
		<link>http://badindicator.de/blog/2009/11/16/bekenntnisse-eines-wissenschaftlers/comment-page-1/#comment-2107</link>
		<dc:creator>käthe friedrich</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Nov 2009 16:41:03 +0000</pubDate>
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		<description>text sehr gut. nur gegen ende die erläuterungen zur macht  nicht leicht verständlich. liebe grüße kaethe</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>text sehr gut. nur gegen ende die erläuterungen zur macht  nicht leicht verständlich. liebe grüße kaethe</p>
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