<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
		>
<channel>
	<title>Kommentare zu: Die Krankheit</title>
	<atom:link href="http://badindicator.de/blog/2010/02/07/die-krankheit/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://badindicator.de/blog/2010/02/07/die-krankheit/</link>
	<description>Gedanken. Erinnerungen. Konstrukte. - Erzählungen, Experimente, Ergebnisse eines fraktalen Zeitalters.</description>
	<lastBuildDate>Tue, 31 Jan 2012 19:51:19 +0000</lastBuildDate>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.3.1</generator>
	<item>
		<title>Von: bad_indicator</title>
		<link>http://badindicator.de/blog/2010/02/07/die-krankheit/comment-page-1/#comment-2612</link>
		<dc:creator>bad_indicator</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Feb 2010 00:58:36 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://badindicator.de/blog/?p=344#comment-2612</guid>
		<description>Hallo,

Wie immer gibt es da mehrere Möglichkeiten. Ich fand die Idee interessant, dass es der _Leser_ selbst ist, der sein eigenes Leben wie eine Kurzgeschichte liest: &quot;[...]Sie sprechen von sich nur noch, als würden sie über Dritte sprechen; manchmal erzählen sie ganze Episoden oder Verknüpfungen aus diesen, als wären es Kurzgeschichten, die einem fiktiven Protagonisten geschehen sind. Vielleicht ist es so, Bridge vermutet es jedenfalls; vielleicht bleibt von den Patienten noch ein Rest, so etwas wie ein Beobachter oder ein Leser, der auf das verworren und unverständlich gewordene Leben und Erleben eines Dritten starrt.&quot; 
Wichtig war für mich, dass es keine glatte chronologische Reihenfolge der Symptome gibt, auch wenn es auf den ersten Blick so erscheint. Bereits zwischen den ersten beiden Phasenbeschreibungen bricht die Kohärenz der eigentlich einteiligen Konversation mit dem Arzt ja zusammen; aber das ist eben nur eine mögliche Deutung. Dieser folgend ist es eben so, dass der Text das ist, was der Leser, der Patient am Ende noch von sich oder von allem weiß. Er sieht auf diesen Text, ohne zu bemerken, dass er ein etwas ist. Er liest, ohne zu sein.

Es ist nicht so einfach, im Nachhinein zu bestimmen, wie die Geschichte in meinem Kopf entstanden ist, und in welcher Reihenfolge welche Elemente auftauchten. Vielleicht war es so; zunächst dachte ich über Handlungssprünge nach, darüber, wie Filme es schaffen, eine nicht zusammenpassende, irgendwie verdrehte, in sich geschlossene, paradoxe Geschichte zu erzählen. Ich hatte da mal wieder einen meiner Lieblingsfilme im Blick, &quot;The Fountain&quot;, in dem genau das gemacht wird. Ich hatte dann überlegt, ob so etwas auch in Texten möglich ist, und fand, es wäre da schwieriger umzusetzen, weil man in Filmen allein über das räumliche Zusammenhängen einer Handlung etwas eigentlich Unlogisches, Unanschauliches erzählen kann; Bilder helfen wie Wegweiser, wenn man einen Sinnzusammenhang erzählen will, der eigentlich keiner ist, der eigentlich gespalten ist oder abgeschnitten oder verschlungen. 
Dann kam die zweite Idee dazu; Selbstbezüglichkeit taucht in einigen meiner Texte auf, und ich kam auf die Idee, einen Text zu schreiben, der nicht nur selbstbezüglich ist, sondern sich auch direkt auf den Leser rückbezieht - mit der Auflage, dass der Leser dies nicht sofort merkt. Na ja, und dann habe ich einige Sekunden darüber nachgedacht und fand die Idee einer Krankheit vor. Ich bin dabei übrigens Bus gefahren; auf dem Rückweg auch am Klinikum vorbei. 

Aber deine Interpretation ist eigentlich wirklich spannend. Das habe ich mir nicht dabei gedacht, aber das heißt ja nicht allzuviel; ich finde immer wieder Dinge in meinen Texten, die ich vorher nicht gesehen hatte (was seltsam genug ist), und die für mich dann doch größere Bedeutung gewinnen als der Bezug, den ich beim Schreiben zwischen mir und dem Text gesehen hatte.

Ich weiß nicht, wie viel von mir in meinen Texten steckt. Über etwas gänzlich Fremdes kann man nicht schreiben, habe ich mal getippt; es muss einen Stoß, einen Impuls geben, der vom Leben des Verfassers auf das Verfasste zeigt. Ich weiß nicht, wie weit das geht; manchmal schreibe ich ganz bewusst etwas, was mir selbst auf dem Herzen liegt, häufiger tue ich das vielleicht unbewusst. Der Text ist aus meiner Sicht einer, der eher fern von mir liegt. Allerdings meinte schon jemand, der Kranke trage meine Züge (als reale Person).

Danke für dein Lob (und den Hinweis auf den Fehler) :)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo,</p>
<p>Wie immer gibt es da mehrere Möglichkeiten. Ich fand die Idee interessant, dass es der _Leser_ selbst ist, der sein eigenes Leben wie eine Kurzgeschichte liest: &#8220;[...]Sie sprechen von sich nur noch, als würden sie über Dritte sprechen; manchmal erzählen sie ganze Episoden oder Verknüpfungen aus diesen, als wären es Kurzgeschichten, die einem fiktiven Protagonisten geschehen sind. Vielleicht ist es so, Bridge vermutet es jedenfalls; vielleicht bleibt von den Patienten noch ein Rest, so etwas wie ein Beobachter oder ein Leser, der auf das verworren und unverständlich gewordene Leben und Erleben eines Dritten starrt.&#8221;<br />
Wichtig war für mich, dass es keine glatte chronologische Reihenfolge der Symptome gibt, auch wenn es auf den ersten Blick so erscheint. Bereits zwischen den ersten beiden Phasenbeschreibungen bricht die Kohärenz der eigentlich einteiligen Konversation mit dem Arzt ja zusammen; aber das ist eben nur eine mögliche Deutung. Dieser folgend ist es eben so, dass der Text das ist, was der Leser, der Patient am Ende noch von sich oder von allem weiß. Er sieht auf diesen Text, ohne zu bemerken, dass er ein etwas ist. Er liest, ohne zu sein.</p>
<p>Es ist nicht so einfach, im Nachhinein zu bestimmen, wie die Geschichte in meinem Kopf entstanden ist, und in welcher Reihenfolge welche Elemente auftauchten. Vielleicht war es so; zunächst dachte ich über Handlungssprünge nach, darüber, wie Filme es schaffen, eine nicht zusammenpassende, irgendwie verdrehte, in sich geschlossene, paradoxe Geschichte zu erzählen. Ich hatte da mal wieder einen meiner Lieblingsfilme im Blick, &#8220;The Fountain&#8221;, in dem genau das gemacht wird. Ich hatte dann überlegt, ob so etwas auch in Texten möglich ist, und fand, es wäre da schwieriger umzusetzen, weil man in Filmen allein über das räumliche Zusammenhängen einer Handlung etwas eigentlich Unlogisches, Unanschauliches erzählen kann; Bilder helfen wie Wegweiser, wenn man einen Sinnzusammenhang erzählen will, der eigentlich keiner ist, der eigentlich gespalten ist oder abgeschnitten oder verschlungen.<br />
Dann kam die zweite Idee dazu; Selbstbezüglichkeit taucht in einigen meiner Texte auf, und ich kam auf die Idee, einen Text zu schreiben, der nicht nur selbstbezüglich ist, sondern sich auch direkt auf den Leser rückbezieht &#8211; mit der Auflage, dass der Leser dies nicht sofort merkt. Na ja, und dann habe ich einige Sekunden darüber nachgedacht und fand die Idee einer Krankheit vor. Ich bin dabei übrigens Bus gefahren; auf dem Rückweg auch am Klinikum vorbei. </p>
<p>Aber deine Interpretation ist eigentlich wirklich spannend. Das habe ich mir nicht dabei gedacht, aber das heißt ja nicht allzuviel; ich finde immer wieder Dinge in meinen Texten, die ich vorher nicht gesehen hatte (was seltsam genug ist), und die für mich dann doch größere Bedeutung gewinnen als der Bezug, den ich beim Schreiben zwischen mir und dem Text gesehen hatte.</p>
<p>Ich weiß nicht, wie viel von mir in meinen Texten steckt. Über etwas gänzlich Fremdes kann man nicht schreiben, habe ich mal getippt; es muss einen Stoß, einen Impuls geben, der vom Leben des Verfassers auf das Verfasste zeigt. Ich weiß nicht, wie weit das geht; manchmal schreibe ich ganz bewusst etwas, was mir selbst auf dem Herzen liegt, häufiger tue ich das vielleicht unbewusst. Der Text ist aus meiner Sicht einer, der eher fern von mir liegt. Allerdings meinte schon jemand, der Kranke trage meine Züge (als reale Person).</p>
<p>Danke für dein Lob (und den Hinweis auf den Fehler) <img src='http://badindicator.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> </p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Yersinia.Pestis</title>
		<link>http://badindicator.de/blog/2010/02/07/die-krankheit/comment-page-1/#comment-2609</link>
		<dc:creator>Yersinia.Pestis</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Feb 2010 22:39:41 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://badindicator.de/blog/?p=344#comment-2609</guid>
		<description>Mhm... Ist das eine Art von &quot;Selbstreflexion&quot;?
Du schreibst deine Kurzgeschichten in der dritten Person, meinst aber egtl. dich mit dem Meisten?
Naja - Selbstrefelxion ist übertrieben, denn in gewissem Maße redet jeder in jedem Satz von sich und noch heftiger wirds beim Schreiben, denk ich.
Mhm... Ansonsten finde ich die Genauigkeit mit der du die Krankheit beschreibst klasse. Lediglich über die Sprünge, also die Absätze zwischen den Phasen, muss man etwas nachdenken. Wo befindet sich der Kranke grad etc.

Eine tolle Kurzgeschichte wie ich finde. Kannst mir ja mal schreiben was du dir dabei so gedacht hast.

PS: Im zweiten Absatz ist ein s zuviel bei &quot;Jahre&quot; ;)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Mhm&#8230; Ist das eine Art von &#8220;Selbstreflexion&#8221;?<br />
Du schreibst deine Kurzgeschichten in der dritten Person, meinst aber egtl. dich mit dem Meisten?<br />
Naja &#8211; Selbstrefelxion ist übertrieben, denn in gewissem Maße redet jeder in jedem Satz von sich und noch heftiger wirds beim Schreiben, denk ich.<br />
Mhm&#8230; Ansonsten finde ich die Genauigkeit mit der du die Krankheit beschreibst klasse. Lediglich über die Sprünge, also die Absätze zwischen den Phasen, muss man etwas nachdenken. Wo befindet sich der Kranke grad etc.</p>
<p>Eine tolle Kurzgeschichte wie ich finde. Kannst mir ja mal schreiben was du dir dabei so gedacht hast.</p>
<p>PS: Im zweiten Absatz ist ein s zuviel bei &#8220;Jahre&#8221; <img src='http://badindicator.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> </p>
]]></content:encoded>
	</item>
</channel>
</rss>

