{"id":398,"date":"2012-10-28T16:39:37","date_gmt":"2012-10-28T15:39:37","guid":{"rendered":"http:\/\/badindicator.de\/blog\/?p=398"},"modified":"2012-10-28T18:07:17","modified_gmt":"2012-10-28T17:07:17","slug":"der-markt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/badindicator.de\/blog\/2012\/10\/28\/der-markt\/","title":{"rendered":"Der Markt"},"content":{"rendered":"<p><em>In deepest hollow of our minds <\/em><br \/>\n<em> A system failure left behind<\/em><\/p>\n<p>Ich schob meinen Kopf nach hinten, damit sich die Kopfh\u00f6rer l\u00f6sten<\/p>\n<p><em>And their necks crane <\/em><br \/>\n<em> As they turn to pray for rain<\/em><\/p>\n<p>Die Stimme verblasste, die Ger\u00e4usche der Bahn wurden deutlicher.<\/p>\n<p>Die Gruppe von Menschen, auf die ich aufmerksam geworden war, bemerkte mich kaum. Es war ein seltsamer Haufen, drei M\u00e4nner und drei Frauen, alle in Kleidung, die f\u00fcr diese Jahreszeit und wohl auch dieses Jahrhundert mehr als ungew\u00f6hnlich war. Die M\u00e4nner trugen Anz\u00fcge, aber keine modernen: Alt sahen sie nicht aus, aber der Schnitt und die Details erinnerten an das alte England. An ihren Westen baumelte deutlich sichtbar eine silberne Kette, und mit einer gewissen Regelm\u00e4\u00dfigkeit blickte einer von ihnen auf eine der silbernen Taschenuhren, die daran hing. Die Frauen &#8211; oder besser Damen &#8211; waren in aufwendige, in einer U-Bahn offensichtlich sehr unpraktische Kleider geh\u00fcllt, die sie trotz ihrer Jugend schwerf\u00e4llig und ein wenig l\u00e4cherlich erschienen lie\u00dfen. Sie trugen aufwendige H\u00fcte, die Herren nicht minder kostbare und anachronistische Dandy-Melonen. Allen gemein war dabei eine authentische Selbstsicherheit, um nicht zu sagen, Arroganz. Als sie in der 42. Strasse zugestiegen waren, hatten sie einige andere Fahrg\u00e4ste nur mit ihren Blicken von den Pl\u00e4tzen vertrieben. Auf diesen Pl\u00e4tzen sa\u00dfen nun die Damen in einer anma\u00dfend geringsch\u00e4tzigen Haltung, w\u00e4hrend die Herren standen. Ich konnte ihr Gespr\u00e4ch nicht h\u00f6ren, aber die Silben, die die Bahn nicht verschluckte, klangen ebenso gestelzt wie es das Auftreten der Gruppe vermuten lie\u00df.<\/p>\n<p>Die Bahn hatte schon zweimal gehalten, seit sie eingestiegen waren: Als die Bahn zum dritten Mal abbremste, reichte ein jeder Herr wie auf ein geheimes Kommando hin seiner Dame eine Hand, und jede der Damen quittierte diese antiquierte Ehrerbietung mit einem kalten L\u00e4cheln, dass weniger Dankbarkeit oder Freude auszudr\u00fccken schien als vielmehr die Anerkennung von Pflichterf\u00fcllung. Als der Zug hielt, stiegen sie aus, in einer wie abgesprochen wirkenden Reihenfolge, erst ein Herr, dann die Damen, dann die beiden anderen Herren. Ich schob die Kopfh\u00f6rer in die Jackentasche: Ich h\u00e4tte noch zwei Stationen fahren m\u00fcssen, doch ich beschloss ihnen zu folgen.<\/p>\n<p>Ich ging in einigem Abstand hinter ihnen, kam ihnen aber schlie\u00dflich sehr viel n\u00e4her, als ich beabsichtigt hatte, weil die Drehkreuze der U-Bahn f\u00fcr die Damen mit ihren viktorianischen Kleidern eine gewisse Herausforderung darstellten; sie meisterten sie, ohne ein einziges Mal diesen halb-sp\u00f6ttischen, \u00fcberlegenen Ausdruck zu verlieren. Als wir schlie\u00dflich an der Oberfl\u00e4che ankamen, blieben sie pl\u00f6tzlich stehen, und ich ging, so langsam wie es mir m\u00f6glich war, an ihnen vorbei; sie starrten auf eins der Hochh\u00e4user, den BoA-Tower. &#8222;Die Rendite wird unaufh\u00f6rlich steigen&#8220;, h\u00f6rte ich einen der Herren sagen. Die Damen kicherten kurz vergn\u00fcgt, als h\u00e4tte er etwas beinahe Anst\u00f6\u00dfiges gesagt, und das Kichern verwandelte sich in einen tadelnden Blick. Ich blieb an einem Zeitungsstand stehen, damit sie aufholen konnten. W\u00e4hrend ich Kaugummi kaufte, sah ich aus dem Augenwinkel, wie sie sich ihren Weg bannten. Die B\u00fcrgersteige waren voll, aber noch nicht \u00fcberf\u00fcllt: Wenn man ab und zu einem Entgegenkommenden auswich, kam man z\u00fcgig voran. Sie jedoch machten nicht die geringsten Anstalten, auf andere Fu\u00dfg\u00e4nger zu achten. Die Damen waren von zwei der Herren flankiert, der dritte ging einen Schritt oder zwei voran. Alle drei trugen wuchtige Spazierst\u00f6cke, die sie demonstrativ schwangen und hier und da einen Passanten zur Seite schoben oder ihn nur drohend erhoben, wenn ihnen jemand zu nahe kam. Niemand echauffierte sich; die Menschen senkten den Kopf und liefen auf die Stra\u00dfe, umgingen die Gruppe. Als sie mich passierten, schob mich einer der Herren barsch beiseite und bedachte mich eines Blicks. &#8222;Dort entlang!&#8220;, h\u00f6rte ich einen der Herren sagen, und er wies auf ein Schild, das an einer Laterne angebracht war. &#8222;Stra\u00dfenmarkt&#8220; stand darauf, ein Pfeil wies die Richtung.<\/p>\n<p>Ich folgte ihnen weitere zwei Blocks, bis sie abbogen; die Geb\u00e4ude wurden hier rasch flacher, und hinter uns ragte der Tower weit sichtbar auf. In der Entfernung konnte ich den Fluss sehen. Ich blickte auf meine Taschenuhr: Es war noch Zeit.<\/p>\n<p>Nur einige Hundert Meter weiter erkannte ich ihr Ziel; es war ein abgez\u00e4unter Parkplatz, auf dem der Markt stattfand, zwischen zwei Highway-Auffahrten. Hier und da war der Zaun aufgerissen, und nur noch einige schiefe Schilder wiesen darauf hin, dass der Boden zum Verkauf stand und dass man einstweilen sein Auto hier abstellen konnte, gegen eine f\u00fcr diese Gegend l\u00e4cherliche Geb\u00fchr. Die Stra\u00dfe endete weit vor dem eigentlichen Gel\u00e4nde, und die Gruppe verlangsamte, weil die Damen Hilfe ben\u00f6tigten, um zwei oder drei gro\u00dfe Pf\u00fctzen zu \u00fcberwinden, in denen das Wasser des letzten Regens stand. Das schien ihre Laune nicht zu tr\u00fcben, im Gegenteil. Je n\u00e4her sie dem verwahrlosten Grundst\u00fcck kamen, desto gel\u00f6ster schienen sie. Eine der Damen, augenscheinlich die j\u00fcngste, lachte mehrfach laut auf und klatschte in die H\u00e4nde, bis eine der anderen sie offenbar auf die Gepflogenheiten ihres Standes hinwies. Sie beruhigte sich schnell, doch immer wieder kicherten die drei, und ein oder zweimal lachten auch die M\u00e4nner ihr <em>Ho-ho-ho<\/em>, das wie aus einem schlechten Film zu kommen schien.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/badindicator.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/text.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-399\" style=\"margin: 4px;\" title=\"Der Markt\" src=\"http:\/\/badindicator.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/text-300x277.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"277\" srcset=\"http:\/\/badindicator.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/text-300x277.jpg 300w, http:\/\/badindicator.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/text.jpg 900w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Als wir dem Gel\u00e4nde schlie\u00dflich immer n\u00e4her kamen, sah ich den \u00e4rmlichsten Markt, den ich mir vorstellen kann. Es schien mir mehr ein Flohmarkt denn ein Stra\u00dfenmarkt zu sein: Es waren grob gesch\u00e4tzt vielleicht 100 winzige St\u00e4nde, an Menschen Dinge verkauften, die andere wohl wegwerfen w\u00fcrden; uralte, abgewetzte Kleidung, altes Werkzeug. Halb geborstene Spiegel; An einem Stand verkaufte ein nerv\u00f6ser dicker Mann mit nur einem Arm verdrecktes Elektrowerkzeug direkt aus seinem Kofferraum. An einem anderen bot eine sch\u00e4big gekleidete Frau, die sowohl 20 als auch 50 h\u00e4tte sein k\u00f6nnen, Waffeln an, deren Teig sie in einer alten, verkrusteten Sch\u00fcssel vorhielt. Auf einem aus grober Pappe herausgerissenen Schild vor ihr prangte der Schriftzug &#8217;50 Cent&#8220;. Zwei d\u00fcrre Hunde, die ein trauriges P\u00e4rchen abgaben, dass nie so recht zusammengepasst hatte, schlichen geduckt zwischen den St\u00e4nden hin und her, bis sie hier oder da einen Tritt bekamen. Die Hunde wie auch der ganze Markt schienen nur eine Farbe zu haben: Grau. Alles war von einem d\u00fcnnen, aber dominanten Schleier des Gr\u00e4ulichen bedeckt, selbst die fleckigen Bananen, die ein alter Mann in einem ranzigen Rollstuhl an seinem Stand verkaufte, waren grau. Gr\u00fcne, gelbe, rote Pullover, allesamt wie aus der Altkleidersammlung &#8211; grau. Selbst die Menschen hinter den St\u00e4nden war auf so hoffnungslose Weise vergilbt, dass ich immer neugieriger wurde, was diese Gruppe von seltsam gekleideten Menschen hier suchte. Und es war nicht nur das Grau; \u00fcber dem ganzen Ort hing etwas Hoffnungsloses. Kaum jemand bewegte sich zwischen den St\u00e4nden, niemand schien etwas zu kaufen. Allein eine Gruppe von verdreckten Kindern in Kleidung, f\u00fcr die jedes einzelne entweder schon zu gro\u00df oder noch nicht gro\u00df genug war, schlich umher und erwartete wohl, dass hier oder dort etwas abfallen k\u00f6nnte; davon abgesehen waren es nur Verk\u00e4ufer, die gelangweilt die Auslage der Konkurrenz musterten, und danach wieder zu ihrem Stand zur\u00fcckkehrten.<br \/>\nDie Viktorianer waren am Rand des Marktes stehen geblieben und schienen angeregt und deplatziert fr\u00f6hlich dar\u00fcber zu diskutieren, in welcher Richtung sie den Markt zuerst erkunden sollten. Ab und an wies einer in einer Richtung, dann ein anderer in eine andere: Schlie\u00dflich z\u00fcckten einer der Herren eine M\u00fcnze und warf sie in die Luft. Die Kinder hatten die Neuank\u00f6mmlinge inzwischen ersp\u00e4ht und hatten sich in einiger Distanz postiert. Ich konnte sehen, wie ihre Augen gierig der M\u00fcnze folgten. Die Herren lachten vergn\u00fcgt auf, als sie das Ergebnis ihres M\u00fcnzwurfs begutachteten, und auch die Damen kicherten wieder. Achtlos warfen sie die M\u00fcnze in Richtung der wartenden Kinder, die sich mit gro\u00dfes Geschrei darauf st\u00fcrzten. Am\u00fcsiert setzte sich die Gruppe in Bewegung.<\/p>\n<p>ich folgte ihnen in gro\u00dfem Abstand; von mir schienen die Kinder weniger Notiz zu nehmen, aber die Viktorianer behielten sie im Blick. W\u00e4hrend wir links und rechts die ersten St\u00e4nde passierten, warf ich einen weiteren Blick auf die Auslagen. Alte CDs mit kaputten H\u00fcllen wurden angeboten: schlecht kopierte DVDs, billiges, immer blinkendes Spielzeug aus China zu horrenden Preisen. Die Verk\u00e4ufer schienen alle vom Leben oder vom Schicksal gezeichnet. Einigen fehlten Gliedma\u00dfen; andere sa\u00dfen im Rollstuhl. Wieder andere wirkten auf den ersten Blick gesund, aber viel zu d\u00fcnn oder viel zu dick f\u00fcr ihre Gr\u00f6\u00dfe. Allen gemein war dieser Grauschleier und, pr\u00e4gnanter, der flehende Ausdruck in ihren Augen, den sie mir entgegen brachten. Ich bin mir sicher, dass dieser Markt f\u00fcr viele der einzige Weg war, den Lebensunterhalt zu verdienen, und auch das trug zu dem j\u00e4mmerlichen Eindruck bei, den die ganze Szenerie bei mir verursachte.<\/p>\n<p>Den Viktorianern schien das nichts auszumachen; sie lachten vergn\u00fcgt \u00fcber dieser oder jenes. An einem Stand mit Spielzeug blieben sie einen Moment stehen und schienen \u00fcber die Waren oder \u00fcber den Verk\u00e4ufer, einen Jungen von vielleicht 17 Jahren zu lachen. Sie setzten ihren Weg fort, und ich konnte keine Regung im Gesicht des Jungen erkennen, bis auf das Flehen, dass ich bei allen sah. Ich dachte dar\u00fcber nach, ihm etwas von seinen Gr\u00e4sslichkeiten abzukaufen, als die Gruppe vor mir noch lauter wurde: Sie hatten an einem Stand angehalten, hinter dem ein sehr alter Mann sa\u00df, ein Barrett auf dem Kopf. Vor ihm ausgebreitet lagen Abzeichen oder Medaillen milit\u00e4rischen Ursprungs, und er selbst trug einige an seiner vergilbten Uniform. Einer der Herren hatte einen der Orden genommen und der J\u00fcngsten in der Gruppe angeheftet. Heftig lachten sie \u00fcber den Scherz; Ohne den Veteranen auch nur eines Blickes zu w\u00fcrdigen, reichte ihm ein anderer Herr seine Taschenuhr, und der Handel schien damit besiegelt. Und auf eine seltsame Weise schien sich damit eine Verabredung zu schlie\u00dfen, die die Sechs hatten. Pl\u00f6tzlich teilte sich die Gruppe; die Damen gingen an einen Stand, die drei M\u00e4nner an einen anderen. Einer der Herren tauschte seinen Schal gegen einen gelblichen Pullover; die Damen tauschten ihre H\u00fcte gegen alte Turnschuhe, eine zerbrochene Haarnadel und einen kaputten Plattenspieler, dann ihre Schuhe gegen drei Hosen, und schlie\u00dflich tauschten die Viktorianer in einer solchen Geschwindigkeit ihre festliche, schillernde Kleidung gegen Altkleider und Nippes, dass ich nicht mehr im einzelnen folgen konnte. Mehr noch, sie zogen ihre Erwerbungen auch direkt an, und hielten das ganze wohl f\u00fcr einen Scherz von gigantischem Ausma\u00df; jede Scham, jeder altbackene Anstand, den sie zuvor so deutlich pr\u00e4sentiert hatten, schien vergangen. Die Damen tauschten ihre Korsagen, selbst ihre Miederkleider; die M\u00e4nner erwarben einen ganzen Karton voller besch\u00e4digter Elektronik im Tausch f\u00fcr ihre Spazierst\u00f6cke. In nur wenigen Minuten war die Gruppe der Viktorianer verschwunden, und ich hatte M\u00fche, sie noch von den Verk\u00e4ufern und ihrem Elend zu unterscheiden. Die Damen trugen h\u00e4ssliche Oberteile \u00fcber Hosen, die ihnen viel zu weit waren; eine hatte sich einen ehemals grell-gr\u00fcnen Minirock \u00fcber die Hose gestreift. Die M\u00e4nner sahen nicht minder \u00e4rmlich aus. Zwei von ihnen zogen zwei gro\u00dfe, dreckige Kartons hinter sich her; die feinen Hemden, die Westen und Oberteile waren verschwunden und gegen dreckige und vergilbte T-Shirts getauscht worden. Der dritte von ihnen a\u00df gierig eine Waffel. Erst als keiner der sechs mehr etwas zu tauschen hatte, endete ihre seltsame Verwandlung. Einer fand noch seine Fliege um den Hals baumeln, und ohne einen Moment des Z\u00f6gerns warf er sie auf den Boden. Hinter mir schlichen einige der Kinder heran und stritten sich dar\u00fcber, wer sie behalten d\u00fcrfe.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich vereinte sich die Gruppe wieder, und lachend besahen sie die jeweils anderen, zupften aneinander, als k\u00f6nnten sie ihr neues Aussehen selbst noch nicht so ganz fassen. Dann, nach einigen Minuten verstummte ihr Lachen; ohne ein Wort gingen sie weiter, die Damen voran, deren Gang sich ge\u00e4ndert zu haben schien, hinter ihnen die M\u00e4nner mit ihren Kisten. Sie w\u00fcrdigten keinen der St\u00e4nde mehr nur eines Blickes, und erst als wir beinahe am Ende der Reihe von St\u00e4nden angekommen waren, erkannte ich ihr Ziel; dort, hinter den \u00e4rmlichsten der ohnehin \u00e4rmlichen St\u00e4nde, war ein rechteckiger Platz frei. Sie hielten dort, und ohne ein Wort der Absprache verteilten die M\u00e4nner den Inhalt ihrer beiden Kartons dort auf dem Boden. Einer hatte auch eine l\u00f6chrige Decke erstanden, diese legten sie zu unterst. Die Damen setzten sich auf den Boden dahinter; eine stellte eine winzige Kasse auf. Es dauerte nur wenige Momente, bis sie ihren Stand aufgebaut hatten.<\/p>\n<p>Ich war stehengeblieben, als das Schauspiel begonnen hatte. Nun sa\u00dfen sie alle dort auf dem Boden, keiner von ihnen sprach. Sie trugen den Blick, den ich auch bei den anderen Verk\u00e4ufern gesehen hatte; ihre Augen flehten mich an, etwas zu kaufen. Als ich n\u00e4herkam, tippte ich mir an den Hut. Zun\u00e4chst reagierten sie nicht, dann drehte einer der M\u00e4nner den Kopf zu mir. &#8222;Die Kurse steigen, die Kurse fallen&#8220;, erkl\u00e4rte er, und die Frauen kicherten wieder, nur um dann pl\u00f6tzlich zu verstummen, als h\u00e4tten sie sich verraten. Ein anderer der M\u00e4nner deutete mir, n\u00e4her zu kommen, zog mich ganz zu sich. Scheu blickte er sich um, dann fl\u00fcsterte er. &#8222;Seien sie unbesorgt, Sir. Die Kutsche zum Tower ist bereits auf dem Weg.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die einleitenden Zeilen stammen aus<em> Pray For Rain<\/em> von <em>Massive Attack<\/em>. Sie k\u00f6nnen als Inspiration zu diesem Text betrachtet werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In deepest hollow of our minds A system failure left behind Ich schob meinen Kopf nach hinten, damit sich die Kopfh\u00f6rer l\u00f6sten And their necks crane As they turn to pray for rain Die Stimme verblasste, die Ger\u00e4usche der Bahn wurden deutlicher. Die Gruppe von Menschen, auf die ich aufmerksam geworden war, bemerkte mich kaum. 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