{"id":89,"date":"2007-03-26T12:33:47","date_gmt":"2007-03-26T11:33:47","guid":{"rendered":"http:\/\/badindicator.de\/blog\/?p=89"},"modified":"2007-03-26T13:13:09","modified_gmt":"2007-03-26T12:13:09","slug":"single-shot-liebe-c","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/badindicator.de\/blog\/2007\/03\/26\/single-shot-liebe-c\/","title":{"rendered":"Liebe \u00a9"},"content":{"rendered":"<p>Am 11. Januar 2097 geschah in einem Ort in Westeuropa, der sonst kaum Beachtung fand, etwas au\u00dferordentlich Wichtiges, zumindest stellte der Pressesprecher des Konzerns dies vor dem Gerichtsgeb\u00e4ude so dar. Ob es das wirklich war, dar\u00fcber stritten sich B\u00fcrger und Medien noch Monate sp\u00e4ter und danach verschwand die Problematik schlie\u00dflich &#8211; wie bei \u00f6ffentlichen Diskussionen dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung \u00fcblich &#8211;  von der Agenda, als im Juni des selben Jahres eine Bombe den Londoner Bahnhof zerriss, womit die Frage nach der Relevanz endg\u00fcltig offen blieb.<br \/>\nAn diesem 11. Januar aber, da starrte die ganze Welt wie gebannt auf ein &#8211; europ\u00e4isches &#8211; Gericht in der N\u00e4he von Br\u00fcssel. \u00dcber 1400 Journalisten und Fotografen aus aller Welt hatten sich eingefunden, und in dem kleinen Ort herrschte ein heilloses Durcheinander, das die Polizei erst in den Griff bekam, als bereits ein Reporter von einem Tontechniker \u00fcberfahren worden war (was, im Spiegel der Geschichte betrachtet, in gewisser Weise gerecht schien, denn eben dieser Mann hatte zwei Jahre zuvor in einer Nachrichtensendung den vierten Irakkrieg erfunden und damit unwillentlich ausgel\u00f6st).<br \/>\nAls sich also an dem besagten Tag alle etwas beruhigt hatten und sich neben den 1400 Medienvertretern auch etwa 800 Demonstranten (haupts\u00e4chlich Freikirchler und, davon versetzt, die Art von Menschen, die man \u00fcberall finden konnte, wo handfester \u00c4rger vermutet wurde) ordentlich postiert hatten, geschah &#8211; erst einmal nichts.<br \/>\nEs war keineswegs so, dass sich die Entscheidung verz\u00f6gert h\u00e4tte; das Urteil war in Wirklichkeit schon verlesen worden, als es drau\u00dfen noch freie Parkpl\u00e4tze gab. Aber der Vorstand des Konzerns hatte beschlossen, es noch etwas hinauszuz\u00f6gern. Sie waren es auch gewesen, die f\u00fcr den Ausschlu\u00df der \u00d6ffentlichkeit aus dem Gerichtsgeb\u00e4ude gesorgt hatten. Man wollte \u00dcberlegenheit demonstrieren &#8211; und das funktionierte. Es klappte sogar so gut, dass einige der streitsuchenden Demonstranten schon abgereist waren, bevor der Sprecher \u00fcberhaupt vor die T\u00fcr getreten war, um seine Strophe aufzusagen.  Selbst die Journalisten murrten und st\u00f6hnten schon in der fahlen Wintersonne, als es dann endlich doch geschah.<br \/>\nEin Mann in einem grauen, nichtssagenden Anzug trat l\u00e4chelnd durch die T\u00fcren des Gerichts, blinzelte in die Sonne. Es war einer dieser glatten, neutral wirkenden Typen, deren Alter man nie richtig sch\u00e4tzen konnte. Er blieb noch kurz stehen, schaute noch einmal in die Sonne, dann trat er zu dem Halbkreis von Mikrofonen. Man konnte Kameras surren h\u00f6ren, sonst war es ganz still geworden. Selbst die betrunkenen Demonstranten weiter hinten waren schlagartig ruhig.<br \/>\nDas schien dem Mann in dem grauen &#8211; und sicher teuren &#8211; Anzug zu gefallen, denn er l\u00e4chelte noch ein wenig breiter.<br \/>\nDann \u00f6ffnete er den Mund und teilte den \u00fcber 2000 Menschen auf dem Platz strahlend mit, dass seit etwa einer halben Stunde alle Rechte am Begriff der romantischen Liebe mitsamt aller damit verbundenen Inhalte, Symbole und Referenzen auf die VELOoN-Unternehmensgruppe \u00fcbergegangen seien.<br \/>\nDavon ausgeschlossen seien allerdings alle Aspekte der Sexualit\u00e4t, f\u00fcgte er hinzu, es klang etwas bedr\u00fcckter, als er es geplant hatte (dabei hatte der Vorstand des VELOoN-Konzerns diesen Kompromiss durchaus kalkuliert; sie hatten diesen Vorschlag sogar selbst gemacht), und so f\u00fcgte er noch fr\u00f6hlich hinzu, dies sei ein wichtiger Tag f\u00fcr VELOoN, ein wichtiger Tag f\u00fcr die Welt. Noch schwieg die Menge, als k\u00f6nne sie es noch nicht glauben. Das rettete dem eloquenten Mann im Anzug vermutlich das Leben, denn als die T\u00fcr des Gerichtsgeb\u00e4udes hinter ihm wieder zuschlug, war das wie ein Startschu\u00df; auf dem Platz brach die H\u00f6lle los.<br \/>\nNun, zumindest war das der Eindruck, den die anwesenden Journalisten hinterher &#8211; nat\u00fcrlich &#8211; vermittelten. Tats\u00e4chlich gab es einige Dutzend Verletzte, und ein ungl\u00fcckseliger Chauffeur (der aber gar nicht, wie vermutet, bei VELOoN angestellt war) wurde von dem Mob einige Kilometer weit gejagt, bevor man von ihm ablie\u00df. Dennoch gingen die meisten der Unruhestifter entt\u00e4uscht nach Hause. Das Problem war vermutlich, dass die zahlreichen Streith\u00e4hne zwar willens waren, den Platz in ein Schlachtfeld zu verwandeln, die pr\u00e4gnante und kurze Ansprache des VELOoN-Sprechers sie aber verwirrt hatte. Auch die Journalisten wussten nicht genau, was jetzt geschehen w\u00fcrde; niemand hatte eine rechte Vorstellung, und die meisten fragten sich zudem auch noch, wie um alles in der Welt das geschehen war.<\/p>\n<p>Dabei war das eine recht einfach zu beantwortende Frage, wenn man den Prozess etwas l\u00e4nger verfolgt hatte, was aber nat\u00fcrlich selbst die kompetenteren Medienvertreter unterlassen hatten &#8211; der neuentbrannte Irakkrieg hatte eine h\u00f6here Quote versprochen (und war es nicht immer so? Recherchen brachten sicher Information, aber Krieg, Krieg brachte nun mal Quote &#8211; und die z\u00e4hlte).<br \/>\nAlles hatte damit begonnen, das VELOoN, ein Mischkonzern, der von Bananen bis hin zu Panzern irgendwann einmal alles verkauft hatte oder noch verkaufte, die Rechte an etwa 10.000 &#8211; und damit nahezu allen &#8211; Hollywood-Streifen aufkaufte. Man kaufte sie recht g\u00fcnstig aus der Konkursmasse eines der letzten Filmstudios in den USA. Zun\u00e4chst nahm man das Lizenzpaket nur als g\u00fcnstige Gelegenheit wahr, doch ein findiger &#8211; und bald bef\u00f6rderter &#8211; Abteilungsleiter kam auf die Idee, sich doch die Rechte an der Liebe zu sichern. Schlie\u00dflich, so k\u00f6nne man argumentieren, sei die Liebe, oder die westliche Auffassung davon, doch ganz klar erst von Hollywood zu dem gemacht worden, was sie ist. Um es plakativ zu formulieren; wenn die heutigen Begriffe erst von Vom Winde verweht und Scarlett erschaffen worden seien, dann habe VELOoN ganz selbstverst\u00e4ndlich auch die Rechte an der Liebe.<br \/>\nDie Manager-Riege nahm diesen Vorschlag zun\u00e4chst nicht ganz ernst, beauftragte den Mann aber, eine Klageschrift vorzubereiten, um es einmal zu versuchen. Nat\u00fcrlich ging dieser erste Versuch vollkommen schief; juristisch war er unzureichend formuliert und viel zu allgemein gehalten. Letztlich war die Klage abgelehnt worden, weil das Gericht monierte, es sei nicht ausreichend differenziert worden, auf was denn nun Anspr\u00fcche best\u00fcnden.<br \/>\nSelbstverst\u00e4ndlich wurde der Mann, der seine Idee so st\u00fcmperhaft umgesetzt hatte, sofort entlassen; aber dar\u00fcber hinaus war der Vorstand, der mehr zuf\u00e4llig davon erfuhr, \u00fcberaus \u00fcberrascht, dass der Antrag \u00fcberhaupt derart ernst behandelt wurde. Und so reifte ein neuer Plan; man wollte es noch einmal versuchen. Aber diesmal zog man eine ganze Armee von Anw\u00e4lten zusammen, dachte nach, taktierte. Stellte schlie\u00dflich eine Klageschrift zusammen und reichte sie ein.<br \/>\nDiesmal wurde der Antrag nicht abgewiesen, und es kam zu einer Verhandlung vor dem neu eingerichteten Gerichtshof f\u00fcr Urheberrechte, der sein Ende an diesem 11. Januar fand. Doch davor standen einige z\u00e4he Woche unz\u00e4hliger und endloser Anh\u00f6rungen, Diskussionen und Streitereien; wie es das neue Copyright-Gesetz vorsah, stand gegen die Anw\u00e4lte der VELOoN ein so genannter B\u00fcrgeranwalt, dessen Aufgabe es war, dem Richter klarzumachen, dass die Forderungen von VELOoN juristisch unhaltbar waren; der B\u00fcrgeranwalt in diesem Fall war durchaus ein guter Jurist, aber VELOoN hatte sich gut vorbereitet.<br \/>\nUm abzugrenzen, auf was man eigentlich Anspruch erhob, hatte man zweierlei getan; zum einen hatte man zusammen mit den besten Psychologen, Soziologen und Philosophen die genaueste und ausf\u00fchrlichste Definition der westlichen Auffassung von der romantischen Liebe geschrieben, die es jemals gegeben hatte (es muss sicher nicht erw\u00e4hnt werden, dass f\u00fcr die zu Grunde liegenden Gutachten auch einige Millionen Euro relevant gewesen sein mochten); allein dieses Machwerk umfasste 1278 Seiten ohne Anh\u00e4nge. Weiterhin hatten spezialisierte Kanzleien einen Katalog mit Forderungen aufgestellt. Im wesentlichen war darin aufgef\u00fchrt, welche Inhalte und Symbole derart an den fraglichen Begriff gekoppelt waren, dass VELOoN darauf Anspruch erheben konnte. So waren etwa Valentinsgr\u00fc\u00dfe aufgef\u00fchrt; Rosen dagegen nicht, ausschlie\u00dflich rote Rosen waren genannt. Es war eine endlose Liste, darunter jeweils eine Begr\u00fcndung.<br \/>\nDerart pr\u00e4pariert zog man vor Gericht; als der B\u00fcrgeranwalt den Wust an Papier sah, den die Anw\u00e4lte mit sich brachten, bat er sofort etwas schockiert um eine Vertagung.<br \/>\nAls das Verfahren wieder aufgenommen wurde, legten die Anw\u00e4lte von VELOoN zun\u00e4chst ihre Kernthese dar. Mit gro\u00dfem Aufwand bauten sie im Saal eine der teuren, alten Vorf\u00fchranlagen auf und zeigten allein in den ersten drei Tagen zehn Filme und \u00fcber 100 Ausschnitte. Darunter waren Klassiker der 50er und 60er Jahre, aber auch uralte Stummfilme. Etwa zwei Dutzend gr\u00f6\u00dftenteils bekannte Wissenschaftler wurden als Gutachter geh\u00f6rt; sie alle best\u00e4tigten, dass VELOoN selbstverst\u00e4ndlich richtig handelte, wenn es die Liebe als Markenbegriff sch\u00fctzen wollte.<br \/>\nDann war der B\u00fcrgeranwalt an seiner Reihe, und obwohl VELOoN die meisten kompetenten Gutachter auf dem Kontinent bestochen hatte, fanden sich doch einige wenige, die seine Argumentation st\u00fctzten; die Liebe sei nicht als Markenbegriff verwendbar, da weder die VELOoN noch die alten Filme ihre Urheber seien. Sie sei schon so alt wie die Menschheit und damit Allgemeingut, dass kein privates Unternehmen f\u00fcr sich beanspruchen k\u00f6nne. Um dies zu unterstreichen fand ebenfalls eine Pr\u00e4sentation statt, die aber nicht halb so eindrucksvoll wie die der Kl\u00e4ger war. Dennoch schm\u00fcckten Bilder aus fast allen Zeitaltern die W\u00e4nde des Gerichtssaals; Abbildungen aus dem antiken Griechenland, Rom, \u00c4gypten. Persien und dem Orient, China, der Renaissance, und so weiter und so fort. Es wurden Werke von Goethe und Shakespeare zitiert, auch von Gibran und Rilke. Am Ende die Prozesstages war alle sehr ersch\u00f6pft von all den &#8211; zugebenerma\u00dfen etwas stumpf pr\u00e4sentierten &#8211; Fakten, doch der B\u00fcrgeranwalt war recht zufrieden mit sich und schloss mit einer donnernden Zusammenfassung, die den Tag sch\u00e4rfer als zuvor res\u00fcmmierte.<br \/>\nDoch die Anw\u00e4lte der Gegenseite waren noch besser vorbereitet, als er erwartet hatte. Kaum hatte er sich wieder gesetzt, rief die Gegenseite einen hagere, aber sehr sympathische Frau nach vorne, die sich als Medienwissenschaftlerin und Historikerin auswies. Sie hatte sich kaum gesetzt, da begann sie auch schon zu reden; nat\u00fcrlich sei das Argument der Gegenseite richtig, und nat\u00fcrlich sei auch die romantische Liebe \u00e4lter als alle Hollywood-Filme (in der Tat bezweifelte sie dies in Wirklichkeit, aber man hatte ihr eingetrichtert, dass das nicht so wichtig sei) &#8211; nur sei aber die westliche, verbreitete Form oder Interpretation davon eben nun mal in seiner Zusammensetzung und in seiner Definition erst durch diese Filme geschaffen worden. Deshalb erhebe VELOoN ja auch nur Anspruch auf diesen Teil; das sei wie mit den &#8211; selbstverst\u00e4ndlich gesch\u00fctzten &#8211; Cola-Rezepten der beiden gro\u00dfen Getr\u00e4nkehersteller; nat\u00fcrlich hatten sie die Cola nicht erfunden, und deshalb war dieser Begriff auch nicht zu patentieren. Aber ihr Rezept hatte das Produkt, dass sie verkauften, erst definiert; und diese Definition, das &#8218;Rezept&#8216;, das die Merkmale des Produkts festlegte, das war durchaus zu sch\u00fctzen. Nicht anders verhalte es sich auch hier, das Rezept, die Definition der westlichen Deutung der Liebe, die heute aktuell sei (im Gegensatz zu den Auffassungen von Goethe oder Schiller), w\u00e4re erst durch Hollywood erzeugt worden, und damit sei sie als &#8218;Rezept&#8216; zu sch\u00fctzen.<br \/>\nDer B\u00fcrgeranwalt musste laut lachen, als sie ihre Aussage mit dieser Analogie beendete, aber als der Richter ihn daf\u00fcr r\u00fcgte und schlie\u00dflich sogar verwarnte, als er einwand, dies sei l\u00e4cherlich, wurde ihm schnell klar; diesen Prozess w\u00fcrde er doch noch verlieren.<br \/>\nEs wurde nie ganz klar, ob auch der Richter manipuliert worden war oder ob er die Argumentation tats\u00e4chlich so \u00fcberzeugend fand; klar wurde sp\u00e4ter nur, dass das Urteil juristisch durchaus als korrekt anzusehen war.<br \/>\nIn jedem Fall war der Prozess damit prinzipiell gewonnen f\u00fcr VELOoN, was geb\u00fchrend gefeiert wurde; allerdings vergingen noch einige Wochen, in denen man sich \u00fcber fast jeden Punkt in der Forderungsliste stritt. Nur \u00fcber die roten Rosen stritt man sich am\u00fcsanterweise nie; niemand wusste, warum, aber diese eine Sache wurde nie in Frage gestellt. Andere dagegen wurden stundenlang diskutiert, so etwa die Valentinsgr\u00fc\u00dfe (der B\u00fcrgeranwalt, den eine Art Vergeltungsdrang ob seiner Niederlage befallen hatte, argumentierte, dass ein Valentinsgru\u00df auch lediglich freundschaftliche Gef\u00fchle ausdr\u00fccken k\u00f6nne &#8211; was letztlich f\u00fcr zweifelhaft befunden wurde), doch im Gro\u00dfen und Ganzen gab das Gericht schlie\u00dflich allen Forderungen statt: gegen Ende des Verfahrens bot man dem B\u00fcrgeranwalt an, auf die Rechte an Sexualit\u00e4t generell zu verzichten, und dieser nahm den Kompromiss resigniert hin.<\/p>\n<p>Und so dauerte es letztlich bis zu diesem Morgen am 11. Januar 2097, bis die Entscheidung fiel.<br \/>\nDanach wurde, schon wieder, ausgiebig gefeiert, wenn auch nur bei VELOoN. Fast sofort machte man sich an die Arbeit. In Windeseile hatte man eine ganze Abteilung nur f\u00fcr Abmahnungen eingerichtet, und so begann man, mit stoischer Ruhe Hunderttausende Unternehmen abzumahnen, zu verklagen und Lizenzgeb\u00fchren einzufordern. Man mahnte Blumenverk\u00e4ufer ab, Juweliere. Die Hersteller von Gru\u00dfkarten,  Doppelbetten,  Hochzeitskleidern, 3D-Schnulzen, Familienserien und Taschenw\u00e4rmern in Herzform.<br \/>\nIn der Folge kam es zu einigen Turbulenzen auf dem B\u00f6rsenmarkt, doch niemand beschwerte sich; die meisten Makler hatten ohnehin VELOoN-Aktion gekauft, und die schossen zu dieser Zeit durch die metaphorische Decke. Von den verklagten Unternehmen kam nur wenig Widerstand; die meisten Rechtsabteilungen befanden das Urteil als wasserdicht &#8211; und daher zahlte man lieber. Nur ein einziger Fall wurde publik, in dem ein kleiner Kiosk sich zur Wehr gesetzt hatte; Man war durch den Verkauf von essbaren (roten) Rosen ins Fadenkreuz geraten. Es endete, medial begleitet, wie immer in Tr\u00e4nen; Abweisung des Einspruchs, Pleite, Scheidung, Selbstmord.<br \/>\nDabei hielt sich VELOoN, was die \u00d6ffentlichkeit anging, so bedeckt wir nur m\u00f6glich. Bei Interviews lie\u00df man immer nur verlauten, dass der normale B\u00fcrger keine Nachteile haben w\u00fcrde, und dass VELOoN nat\u00fcrlich kein Interesse habe, ins Privatleben der Menschen einzudringen. Aber nat\u00fcrlich war auch das Teil einer Strategie. In der Tat wartete man nur noch auf ein Ereignis, das die Menschen ablenkte. Dieses fand sich dann auch, etwa 14 Monate sp\u00e4ter, als sich ohnehin schon wieder Vergessen \u00fcber den Prozess gesenkt hatte; man hatte auf einen Krieg oder einen Anschlag gewartet, aber im M\u00e4rz 2098 bekam man beides.<br \/>\nUnd am 15. des selben Monats bekamen \u00fcber 100 Millionen Haushalte (zun\u00e4chst in Westeuropa), die in diversen Datenbanken und Dateien als Ehen oder ehe\u00e4hnliche Gemeinschaften eingetragen waren, eine Zahlungsaufforderung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 11. Januar 2097 geschah in einem Ort in Westeuropa, der sonst kaum Beachtung fand, etwas au\u00dferordentlich Wichtiges, zumindest stellte der Pressesprecher des Konzerns dies vor dem Gerichtsgeb\u00e4ude so dar. 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