Die falsche (die wahre) Wüste

geschrieben am 24. Januar 2012 um 09:37 Uhr

Zwischen den Kakteen blühten einige Pixel. Manchmal wechselten sie ihre Farbe: Die meiste Zeit über waren sie grau, aber in einigen Momenten, da blitzten sie auf. Man konnte nicht genau erkennen, welche Farbe sie dann annahmen. Nicht etwa, weil man diese Farbe nicht benennen könnte (ganz im Gegenteil, die Farben dieser Bilder waren nummeriert), sondern nur weil die Wechsel so abrupt waren und so schnell wieder vergingen. Vielleicht war es ein Rot, oder ein Blau, wahrscheinlicher aber ein Rot, gefolgt von einem Blau, gefolgt von einem [...], in einer Geschwindigkeit, die ein Erkennen unmöglich machte. Es gab wohl niemanden der wusste, welche Farben es waren. Es gab die Maschine, die sie erzeugte: Es gab die Menschen, die die Maschine dazu gebaut hatten, genau dieses Grau (und keine anderen) Farben zu zeigen, exakt an jener Stelle, aber sie waren nicht hier. Hier war nur er, der die Maschine und ihr Bild betrachtete. Und selbst wenn diese Programmierer hier gewesen wären: dieses seltsame Flackern, dass sich hier und da einschlich, es war sicher nicht von ihnen beabsichtigt worden, und so hätten auch sie nicht sagen können, welche Farben aufblitzten.
In der wirklichen Wüste, das wusste er, gab es diese Farbspiele nicht, ebensowenig wie das Rätsel um sie. Ganz gewiss, die reale Wüste war in einem Sinn geheimnisvoller, nicht zuletzt auch weniger beherrschbar als diese. Wirkliche Wüsten endeten nicht am Bildschirmrand. In der Sahara oder Atacama wuchsen auch Kakteen nach anderen, dunkleren Gesetzen. Im Bild war es einfach: es gab einen Teil der Maschine, der sich nur mit den einfachen Gesetzen der falschen Wüste beschäftigte. Wenn er dem Gerät befahl, ihm einen anderen Teil der Wüste zu zeigen, dann wählte jener Teil der Maschine, der unentwegt und nach eigenen Gesetzen würfelte, einen bestimmten Fleck und schuf dort einen Kaktus. Einen neuen Kaktus, einen, der an dieser Stelle noch nicht gestanden hatte und vielleicht nie wieder dort stehen würde, wenn er einfach den Stecker aus dem Gerät ziehen würde. Was für ein seltsamer Ausdruck: Dort und dort stand ein Kaktus. “Zwischen diesem und jenem Stein (den ein anderer Teil der Maschine erwürfelt hatte), “…am Rand dieses oder jenes Abhangs [...]“: Am Ende lag doch alles in einer endlosen Reihe in den Registern und Speicherzellen der Maschine. Jeder Ort (und auch jede Zeit), ja jedes Ergebnis der endlosen Würfelei lag in Reihe und Glied, wie auf einer endlosen Linie, ohne ein einziges bisschen Fläche oder Raum. Ein anderer Teil der Maschine war nötig, um diese abstrakten Enge, die man nicht beschreiben konnte, ohne doch wieder auf falsche Analogien zum Raum zurückzugreifen, in den Betrug eines offenen Plateaus zu verwandeln.
Er blickte auf eine Illusion von Osten, wo der Himmel einen dunkelblauen Kranz bekam.
Es gab einen einfachen Grund, warum sich einige oder sogar sehr viele Menschen große Mühe gegeben hatten, die Maschine das Erzeugen einer falschen Wüste zu lehren. Er war praktischer Natur: Die meisten Menschen sahen niemals in ihrem Leben die anbrechende Dämmerung in der Wüste, und die Menschen, die dies erlebten, zollten diesem Ereignisse entweder wenig Aufmerksamkeit, oder aber sie waren zu beschäftigt damit, das zu fotografieren, was die Augen schon kaum wahrnahmen. Kein Mensch aber, und das war entscheidend, hatte je die Wüstensonne über einer untergegangenen Welt aufgehen sehen. Vielleicht wird es, wenn es einmal soweit ist, einen oder zwei Menschen geben, die es erleben. Für sie wird es dann keine Maschine geben, die sie nach Belieben an und ausschalten können. Sie werden jenen Augenblick erleben, ohne dass das leise Surren der Lüfter sie sanft davon abhält, zu tief darin zu versinken. Auf jeden Fall, da war er sich sicher, würden sie nicht das gleiche erleben wie ein Besucher dieser falschen Wüste.
Er befahl der Maschine das Bild zu drehen, um die beiden Personen zu betrachten, die wie gebannt gen Osten blickten. Ihre Kleidung hatte noch die Farbe der Wüste, aber hier und dort konnte man bereits die Reste anderer, lebendigerer Töne erkennen. Der Mann trug einen gealterten, heruntergekommenen Anzug: Überbleibsel einer Krawatte baumelten karg in der Windstille. Die Frau neben ihm trug einen Hosenanzug, der nicht weniger verödet und deplatziert wirkte. Zwischen den beiden war nur wenig Platz, aber angesichts der erdrückenden Wüste mit ihrer Ausdehnung waren sie fast fern voneinander. Ein Kaktus wusch zwischen ihnen halbhoch und verschwand augenblicklich, als er nach ihrer Hand griff. Wären diese Figuren real, dachte er, so würden sie dort nicht stehen, nicht minutenlang. Nicht, ohne sich umzusehen oder zu weinen. Er fuhr die Kamera etwas näher heran und betrachte die beiden. Ihre Augen zeigten keinerlei Gefühl, glänzten nur leer und starr: Eine größere Tiefe der Details lag außerhalb der technischen Möglichkeiten.
Es blieb am Beobachter, also an ihm hängen, die Lücke zu füllen; jedenfalls war es wohl so gedacht. Er sollte die Lücke schließen, die in der falschen Wirklichkeit klaffte, wenn einige Pixel wieder ein Eigenleben zeigten. Er sollte sich die Endlosigkeit der Wüste hinzudenken, wenn der Platz für Wüste, der Platz für Kakteen und für Farben oder Orte in den Speichern der Maschine erschöpft war. Die zerstörten Städte, die verwesenden Körper; die zerschlagenen Gebäude und die verendenden Tiere musste oder sollte er sich hinzuwünschen, damit die Illusion wenigstens in seinem Kopf perfekt wurde. Natürlich war es eine Utopie, die Dystopie im eigenen Schädel komplettieren zu können. Er dachte darüber nach, während die Sonne am Horizont sichtbar wurde und der Anzug der hohlen Figur an einigen Stellen zu dampfen begann. Könnte man sich hinzudenken, wie sich die Wüste hinter den Bergen am Rand der Simulation weiterzog? Sicher. Könnte man sich einige zerstörte Siedlungen hinzufantasieren? Ganz bestimmt. Aber den wahren Ausdruck, dessen Platzhalter diese Puppenaugen waren, würde man ihn je erahnen? Es blieb aussichtslos. Diese Fiktion, alt wie sie auch war, lag und liegt außerhalb dessen, was Empathie zu leisten imstande wäre. Es war und blieb eine falsche Wüste.
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Die Wüste war voller Schluchten, Hügel und Abhänge, die sich zwar nicht glichen, aber dennoch eine fatale Ähnlichkeit zueinander aufwiesen, weil sie ein und derselbe Vorgang in endloser Wiederholung generiert hatte. Kakteen sprießten hier und dort, mal auf diese, mal auf jene Weise texturiert, doch wenn man es aus einem bestimmtem Winkel oder aus einer bestimmten Höhe überblickten könnte, so würde man das Muster ihrer Wiederholungen erkennen können: Ihr Variantenreichtum war ein kluger, aber doch ein durchschaubarer Einfall, der leicht als billiger Trick entlarvt wurde. Schwerer war abzusehen, wo der Rand dieser Welt verlief: vielleicht könnte man die Hügelkette im Norden noch erreichen, vielleicht auch nicht. Es war egal, früber oder später würde man die Grenze erreichen, ohne sie je queren zu können. Die beiden Puppen standen in der gleißenden Sonne, die ihre Kleidung entzündete.
Er sparte sich die Mühe, nach Sand zu greifen, den die technischen Beschränkungen ohnehin nicht zuließen: Es  war eine glatte, grob texturierte Oberfläche, die den Sand auf so kümmerliche Weise darstellen sollte, und wenn man darauf trat, konnte man hören, wie hohl es darunter war. Einige Meter ging er, um den seltsamen Tanz der Figuren zu beobachten: Er war allein mit zwei Puppen, die im roten Sonnenlicht verbrannten und sich dabei auf seltsame Weise krümmten, ohne einen Laut von sich zu geben. Es gab nicht mal das: nicht einmal Luft. Er sah zu, bis die Puppen ganz in Rauch aufgegangen waren. Ein Kaktus entstand an der Stelle, an der die beiden gestanden hatten, dieses Mal mannshoch. Ihm wurde plötzlich bewusst, dass die fingierte Sonne ihm nichts anhaben konnte: Er würde hier ewig bleiben. Erst als er begriff, dass dies die wirkliche Wüste war, zog jemand den Stecker.

PS: Nun geht es also wieder los! Mit diesem kleinen Text setze ich mein Weblog fort. Ich hoffe, ich werde in der nächsten Zeit wieder mehr schreiben, und freue mich über Kommentare.

Pause

geschrieben am 15. Mai 2011 um 16:57 Uhr

Liebe Leser, da mich meine Diplomarbeit z.Zt. vor allem geistig und auch zeitlich sehr stark bindet, lege ich erstmal eine Pause ein. Bis bald!

Unter dem Dach meiner Kirche

geschrieben am 3. Februar 2011 um 22:55 Uhr

Unter dem Dach meiner Kirche
Da steht eine kleine Statue, die ich sehr mag. Es ist die Jungfrau Maria, die den kleinen Jesus vor sich trägt: Die Arme hat sie ganz um ihn gelegt, sorgfältig, schützend. Nichts, nichts soll ihm geschehen: Und es wird ihm nichts geschehen, denn er ist der Sohn Gottes.

Unter dem Dach meiner Kirche
Wurde ich getauft: Ich kann mich nicht daran erinnern, aber ich habe schon so oft getauft, dass es mir so vorkommt, als wäre meine Erinnerung daran ganz klar. Der alte Pfarrer hielt mich sanft in seinen großen Händen, und Wasser floss über meine Stirn.

Unter dem Dach meiner Kirche
Wird seit 267 Jahren gepredigt. Schon als ich sehr jung war, hörte ich die Predigten, immer die gleichen.
Sie sagten:
Die Welt ist ein Hort des Bösen.
Euer Schoß
Eure Lenden
Ja, eure Augen
Sind Horte des Bösen
Doch dort oben
Seht!
Seht Euren Heiland
Seht die Vergebung
Die er euch zu teil werden lässt
Euch die ihr doch an einem Ort des Bösen lebt
Und Böses denkt und Böses tut
Euch und uns
(Und mir)
Es wird euch vergeben werden,
Auch wenn ihr es nicht wert seid

Ihr seid es nicht wert.
Glaubt nicht, er sehe eure Missetaten nicht:

Es geschieht nichts

Unter dem Dach seiner Kirche
Es Geschieht nichts
Es geschieht nichts, dass er nicht sieht, dass er nicht hört
Dass er in seinem Glanz und seiner Macht nicht bemerkt
Dass er nicht straft.

Es geschieht nichts
Nichts.

Unter dem Dach meiner Kirche
(Wo ich doch so sehr gelitten habe)
Predigen sie so seit 267 Jahren: So werden sie es immer tun, so werden wir es immer tun. Und es ist wahr: Die Welt ist ein Ort des Bösen. All dies, verdorben, schlecht: Ja selbst unsere Körper. Nutzlose, beschämende Hüllen, die uns wie Würmer über die Erde kriechen lassen, um Böses zu tun, Böses zu denken.

Unter dem Dach meiner Kirche
Predige ich jetzt schon seit Jahren. Ich sage
Die Welt ist ein Hort des Bösen
Ich sehe in ihre Gesichter und sage ihnen
In euch, ja in euch, auch dort ist das Böse
Ich sehe sie frösteln und hebe die Arme
Doch seht
Seht dort oben Euren Heiland
Er wird euch retten
euch alle trotzdem retten
(Jeden und keinen)
Obwohl ihr es nicht wert seid.
Ihr seid nichts wert

Unter dem Dach meiner Kirche

Unter dem Dach meiner Kirche
Steht immer noch diese kleine Statue der Jungfrau Maria, die ich so mag: Sie hält den kleinen Sohn, den großen König, ganz sanft und schützend vor sich. Nichts, nichts soll ihm hier geschehen. Und ihm wird nichts geschehen: Denn er ist der Sohn Gottes.
War ich nicht auch ein Sohn Gottes?

PS: Dieses Mal mit Podcast!

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Der Tänzer

geschrieben am 9. Januar 2011 um 17:40 Uhr

Einen Schritt macht er, einen weiteren – er taumelt, stolpert, streckt das andere Bein vor, findet wieder Halt und macht wieder einen Schritt, der nur sicher wirkt, bis er wieder zu fallen scheint: Aus einiger Entfernung könnte man glauben, er tanze, wenn auch etwas ungelenk, und in der Tat hat es etwas von einem hässlichen Tanz. Nur, wenn man genau hinsieht, kann man es sehen; nichts läge ihm ferner als das Tanzen: Was ihn unruhig wandern und immer wieder stolpern lässt, das sind die Löcher im Parkett.

Er sieht sie nie genau an, diese Löcher, und das erklärt auch, warum ihm ihr Mangel an Tiefe nie auffällt, obwohl sie doch jedem Außenstehenden sofort als etwas Aufgemaltes, ja gar von ihm Hingezeichnetes auffallen würden; Er ist so sehr mit seinem seltsamen Schwindel befasst, dass es ihm entgehen muss. Aber natürlich weiß er, wer verantwortlich ist: Das wechselt zwar, aber stets berichtet er – schwärmt beinahe – von den Zionisten, dem Bankertum und der Pharma-Industrie, den alten Geheimbünden und neuen Eliten, kurz,  von der ganzen großen Verschwörung, in deren Zentrum er seinen Weg zwischen den ausgehobenen Gruben sucht und nicht findet. Da wären etwa etwa die Biochips, mit denen die Regierung ihre Gedankenkontrollexperimente in die Tat umsetzen will; da sind auch die Jetstreams, mit denen sie den Himmel vergiften; die große Lüge über die Erwärmung der Erde; die Nachbarn von gegenüber, die für die arbeiten, ohne dass er weiß, wissen will oder wissen kann, wer die nun genau sind, aber das ist auch egal, es sind die, die, die es immer sind, nur stets in anderer Form, es sind die Reptiloiden, die den ganzen Planeten unterwandern, es sind Geheimagenten und Killerkommandos, es ist George W. Bush und es sind die Zusatzstoffe im Müsli, alle wollen sie ihm ans Leder, alle reißen Löcher in den Boden, gerade da, wo er eben noch sicher stehen konnte, gerade dort, wo er gehen wollte. Kaum ist er einem Anschlag entgangen, lauert unter seinen Füßen schon der nächste, der nächste Angriff auf seine Autonomie, auf das freie Denken an sich, die Menschheit als ganzes, von irgendwoher, Attacken aus der Nichts in das Nichts für nichts als die Interessen der wenigen Herrschenden, Planenden. Cui bono, wem nützt es, seine Lieblingsfrage, der einzige Garant, die einzige Konstante in dieser Welt der unsichtbaren Mächte, Freund in der ständig drohenden Dämmerung.

Leicht hätte man ihn fällen können, ihm den verzweifelten Lebenswillen rauben können, der ihm die Kraft für den seltsamen Tanz gab, hätte man ihn nur gefragt, was er denn wolle (und wem das nütze), ob er nicht wolle, was sie wollen – oder umgekehrt – (und wem das nütze) und ob er wolle, was er will, oder will, was er wolle (und wem das nütze), alles Fragen, die ihn in endlosen Pirouetten nicht mehr auf dem Parkett, sondern im Kreise um sich selbst gehalten hätten. Schließlich bliebe nichts als die endlose Drehung der Teile um sich selbst, einer Kommunikation unfähig, und das stille Eingeständnis:

Die Glieder haben sich gegen den Kopf verschworen; der Kopf gegen den Magen; der Magen gegen die Gedärme, und so fort, bis jeder gegen jeden spielt und keiner von keinem etwas weiß außer, dass ihm nicht zu trauen ist. Stealth-Panzer überrollen das Lymphsystem; Schläfer lauern im Thalamus. Die Großmächte schlagen ihre Schlacht um den Cortex nur noch zum Schein, ihre Vereinbarungen richten sich längst auf anderes: Während der Zionismus in meinem Kopf siedend-heiß zündet, kündet das Thermit in meinen Adern von einem neuen, größeren Staat.

Die Kanonenkugel

geschrieben am 15. Dezember 2010 um 21:18 Uhr

Die meisten Menschen lebten ihr Leben auf sehr kurvigen, teils holprigen Bahnen: Sie wollen dies, dann aber jenes, und zwischen diesen beiden Zuständen und dem Handeln, dass sich daran – wenigstens manchmal – anschließt, steht meist nicht nur die Reflexion, sondern auch der Einfluss anderer Menschen. Manchmal mag man das bedauern, und letztlich gilt es unserer Gesellschaft doch auch viel, wenn jemand sehr geradlinig ist und eine Richtung unabänderlich einhält, bis er genau dort ist, wo er hinwollte.

Nun, in jedem relevanten Sinne des Wortes war er geradlinig: Er bewegte sich auf seiner Bahn ebenso unnachgiebig wie eine Pistolenkugel im Flug. Es war keine aufgesetzte oder erzwungene, keine irgendwie zu brechende oder zu bestechende Unnachgiebigkeit, die ihn auf seiner Bahn hielt, und in dieser Hinsicht ist der Vergleich mit einer Pistolenkugel vielleicht der falsche. Nein, es brauchte keinen Zwang oder Ausbruch, um ihn auf die Reise zu schicken. Er war schon immer in dieser Bewegung, und er würde es immer sein. Ebenso, wie es einem Schmetterling das leichteste schien, von dieser zu jener Blüte zu fliegen, in so geschwungenen Schleifen, war es für ihn nur natürlich und in diesem Sinne unabwendbar, in einer im Wortsinn geraden Linie durch das Leben zu schießen. Manchmal streifte er natürlich Menschen; berührte sie, durchbohrte sie. Vielleicht passierte er einige manchmal ganz dicht, und es schien, als ob er das Leben dieser wenigen ein wenig teilte, eine Zeit lang. Und so klang es auch manchmal in den Erklärungen, die er sich selbst gab: Ja, das sei ein wichtiger Mensch; ja, hier könne er bleiben; ja, dies sei der Ort, um den man kreisen müsse.Aber eben so schnell, wie die Menschen und die Erklärungen kamen, verschwanden sie auch wieder: Nein, es sei nicht recht gewesen; nein, hier wolle man ihn nicht; nein, er müsse weiter.

Es brauchte eine Weile, man musste schon eine Zeit lang genau hinschauen, vielleicht musste man sich eine Zeichnung machen oder nur genau zuhören, erst dann erkannte man es: Die Menschen passierten ihn nur zufällig, und er sie. Da ist diese charakteristische Wendung, die Krümmung der Person in der Anwesenheit anderer, die ihm fehlte; Andere Menschen bleiben uns nicht nur wichtig, weil wir einmal im Leben nebeneinander liefen. Sie bleiben uns wichtig, weil es da eine Art der Annäherung, eine Art von Spiegelung gibt. Ein wenig werde ich zum anderen, und ein wenig wandelt sich der andere in mich. All das fehlte ihm, bis hin zu einer Tiefe, in der er sich dessen nicht einmal mehr bewusst werden konnte. Er kannte die Namen all der Beziehungen, in denen Menschen stehen konnten, und er benutzte diese Worte. Er hatte Erklärungen für das, was er tat, und manchmal auch für das, was andere taten, jedenfalls wurde er nicht müde, sie zu geben. Aber all diese Dinge blieben in seinem Munde leer: Es waren rein theoretische, nach einem inneren Bedürfnis konstruierte und deklarierte Spiele, die er nur für sich und nur mit sich spielte. Alles andere blieb Staffage. Ihn berührte die Sorge eines Freundes nur seinen Worten nach: ihn erfasste der Kummer eines anderen nur, wenn es sein Kummer war: ihn verstörte Feindseligkeit nur als bloßer Reflex.Er könnte selbst diese Geschichte lesen und verstehen, seine Reaktion bliebe wieder nur ein Spiel der Oberflächen. Er würde ihn passieren, diesen Text, an ihm vorbeirasen. Entlang einer geraden Linie, die von einer ungeheuren Leichtigkeit zeugt.

Die Auswegsverkäufer

geschrieben am 22. September 2010 um 12:16 Uhr

Glaubt Ihnen kein Wort
Das war sein Lieblingssatz, und er wiederholte ihn oft, wenn er wie jeden Morgen am Rande der Fußgängerzone seinen üblichen Platz bezogen hatte,
Glaubt Ihnen kein Wort
Damit leitete er seine Rede ein, die stets etwas variierte, in ihrer Aussage doch gleich blieb,
Kauft nicht Ihre Auswege, Ihre Irrtümer, so redete er heute weiter,
Sie mögen euch gerecht erscheinen, sogar notwendig, aber das ist Unsinn. Sie sind es doch, die diese Probleme erschaffen, um euch dann für teures Geld ihre Lösungen zu verkaufen,
Und damit meinte er nicht nur die Politik, nein,
Alle wollen sie euch erzählen, sie würden die Antworten kennen auf Fragen, die sie selbst gestellt und als unausweichlich dargestellt haben, aber das sind Lügen, Lügen,
Glaubt Ihnen kein Wort,

Und dann ließ er oftmals sehr dunkle Passagen einfließen, die er sich selbst gar nicht so recht erklären konnte, heute etwa sagte er,
Die Wirklichkeit ist ein offener Raum, die Welt dreidimensional, und in einer solchen Welt gibt es keine Sackgassen,
Die Wissenschaft sagt euch, alles sei vorbestimmt,
Die Politik behauptet, es könne nur Kompromisse geben,
Die Wirtschaft meint, es sei alles nur eine Frage des Gelds,
Und die Religion schließlich erklärt euch, wir seien ohnehin nur auf der Durchreise
Dabei wollen sie alle nur das gleiche,

An dieser Stelle wurde seine Stimme immer etwas höher und dünner,
Sie wollen ihre Auswege loswerden und fett werden von eurem Geld, eurer Zeit, eurem Leben
Sie wollen euch gegen einen Obolus aus den Sackgassen führen, die sie selbst erst geschaffen haben,
Und euch Lösungen verkaufen, die ihr gar nicht brauchen würdet, wenn ihr ihnen nur nicht zuhören würdet.

Auch heute blieb kaum jemand stehen, während er seine Ansprache mit dieser oder jenen Variation wiederholte, bis er fast ein wenig heiser wurde. Als schließlich doch jemand stehen blieb und eine Weile seinen Ausführungen lauschte, sprach er umso lauter und redete über das
Großkapital, das selbst die Kinder schon in die Fänge des Konsumwahns führte,
Vom Papst, dessen lebensverachtende Ideologie nur dem Zweck diene, die Menschen von wirklichkeitsfremden Heilsversprechungen abhängig zu machen
Als der Passant immer länger dort stand und interessiert zuhörte, ging ihm schließlich das Material aus, und so begann er sich zu wiederholen: Schließlich gelangte er zum dritten Mal an die Stelle, in der um das Großkapital ging, und der Mann stand immer noch dort und hörte zu. Die Stimme des Redners war schon etwas ärgerlich geworden, und man hätte glauben können, er echauffiere sich über seine Ausführungen, habe sich in Rage geredet: Dann jedoch nahm er den Mann, der ihm scheinbar so fasziniert zuhörte, fest ins Auge, als wolle er ihm etwas mitteilen, und schob dabei mit einem Fuß den Hut nach vorne, in dem er die Münzen sammelte.

Mir ist bewusst, dass ich in den letzten Monaten weniger häufig etwas veröffentlicht habe. Ich werde mich bemühen, das zu ändern, bin aber gerade ‘beruflich’ sehr stark eingespannt.

Der Flüchtige

geschrieben am 17. August 2010 um 02:46 Uhr

7:15 Arbeitsbeginn

Mit dem Gedanken daran wachte er auf

8:00-10:50 Projektplanungsgespräch (Indochina)

Nicht, dass er die Zeit hätte, auch nur einen einzigen schweren Gedanken lange zu halten

11:00-12:00 Videokonferenz (Mr. Wan)

Aber für einige Sekunden befiel er ihn dennoch, wenn er erwachte und sich an den ewig gleichen Traum erinnerte:

12:15-14:00 Außentermin VDA (Rüsselsheim) (Zusage steht, wenn A auf die Konditionen der RA eingeht)

Die Schlange kroch aus ihrem Nest, und ihr teflonglatter Körper berührte kaum den Boden

14:00-15:00 Vorstandssitzung

Das Wasser türmte sich hoch und holte noch einmal tiefen, donnernden Atem, bevor es in den Fall überging

15:00- ? Gespräch mit Herrn Dr. Höpfer

Der Boden öffnete sich zischend, während der Berg ins Rutschen geriet

16:15-17:20 Präsentation der neuen Produktlinie (Rüninger Dampf machen!)

Und vor allem war da er selbst

17:30-18:15 PK Schadensfälle (=> Watters unbedingt vorher informieren!)

Er, der der Schlange entfloh -

18:00-19:00 RA abklären (=> wird geschoben, Vogel erledigt es)

Er, der selbst die größten Wellen meisterte -

18:30-19:30 Essen mit Herrn Maich, Projektfinanzierung (!!!)

Er, der dem Berg entkam

20:00-21:00 Gespräch mit Rüninger (=> Doku muss auf den neuesten Stand!)

Und sie in jeder Nacht erneut bezwang

22:00- ? (23:40?) Telefonkonferenz (GUS)

Bezwingen musste

7:15 Arbeitsbeginn

Die Angst war schon lange einer seltsamen Anziehung gewichen

7:30 Rüninger!

Der Bestie noch näher zu kommen und doch immer ein Stück vor ihrem Maul

8:00-10:45 Treffen mit Aufsichtsrat (Jahresabschluss!!)

Dahinzurasen

11:20- ? (13:00?) Post endlich erledigen (Präsentkorb => Mr. Wan!)

Die Angst war ihm fremd geworden

13:30-16:00 Marketingabteilung (Verkaufszahlen?)

Gehörte sie doch nicht mehr ihm, sondern den Dämonen

16:00-18:00 Mitarbeiterversammlung (Ansprache!!)

Die sich fürchteten

18:30-20:00 Treffen mit Rüninger, Vogel (Vertragsabschluss Indochina!!)

Zu langsam zu sein.

20:30- ? Telefonkonferenz Indochina

Der Spiegelmacher

geschrieben am 11. Juli 2010 um 03:55 Uhr

Er liebt seine Spiegel: Er betrachtet sie stets mit großer Sorgfalt. Er sieht sie an mit Augen, die dafür gemacht worden sind, Spiegel anzusehen, vielleicht bald nicht mehr zu sehen als Spiegel. Sein Lieblingsstück ist ein ganz schlichter, ohne Rahmen. Die rechteckige Grundfläche reicht bis zur hohen Decke: So groß ist er, dass er nicht nur sich darin erkennen kann, sondern auch den ganzen Raum. Doch sieht er überhaupt noch etwas? Oder nur den Spiegel? Und was sonst?

Er pflegt sie auf eine ganz besondere, ihm eigene Weise: Zuerst trägt er die Politur auf, mit größter Konzentration. Er vermeidet es, die Oberfläche mit den Händen zu berühren: Zwar trägt er Handschuhe, aber das scheint ihm nicht zu genügen. Ein oder auch zwei Stunden kann es (bei dem großen Spiegel) dauern, bis er mit der Auftragung zufrieden ist. Dann nimmt er jedes Mal ein ganz neues, frisches Tuch, und beginnt zu polieren. Drei weitere Stunden vergehen manchmal, während er dies tut. Stets hält er die Lupe bereit, mit der er die ganz kleinen Verunreinigungen erkennen kann, und das spezielle Werkzeug, mit dem er sie entfernen kann. Währenddessen achtet er nicht auf das, was er im Spiegel sehen könnte. Man könnte hinter oder neben ihm stehen; er würde er nicht bemerken, für Stunden nicht. Seine ganze Konzentration gilt der Oberfläche, nicht dem Bild.

Wenn er seine Arbeit getan hat, verlässt er das Zimmer und schließt für einige Minuten die Augen. Manchmal legt er sich dazu hin; Oft aber bleibt er aber in der Tür stehen, bis er sich wie auf ein Signal hin wieder umdreht und zurückgeht, noch einmal die Lupe zückt, noch einmal nach den Makeln sucht, die ihm so zu schaffen machen. Dieses Spiel kann sich tagelang wiederholen. Viele Male ist er mit seiner Arbeit nach dem ersten, zweiten oder dritten Durchgang so unzufrieden, dass er ganz von vorn beginnt, wieder die Politur hervorholt, wieder ein neues Tuch: Irgendwann jedoch gelangt er immer an ein Ende. Dann geht er nicht wieder hinaus, er bleibt vor der spiegelnden Fläche stehen. Er legt die Handschuhe in aller Ruhe ab, und sieht sein Bild an, nicht mehr die Oberfläche, sondern das Bild, dass ihm der Spiegel zeigt. Wenn er eine Weile so in das Bild geschaut hat, entspannen sich seine Züge; fast lächelt er. Vielleicht erkennt er sich selbst gar nicht mehr in diesem Bild; vielleicht sieht er etwas gänzlich anderes als wir, wenn wir neben ihm stünden. Aber das ist schon eine sinnlose Spekulation. Es wäre ja nicht das gleiche Bild, wenn wir neben ihm stünden; nein, es wäre ein anderes, so wären eben etwa wir darauf, und nicht nur er und sein Zimmer.

Man mag sich oder ihn fragen, woher diese Gründlichkeit, diese große Anstrengung ihren Reiz bezieht; Man mag sich fragen, was ihn an seinen Spiegeln, und speziell an diesem Spiegel so sehr fasziniert. Aber er wird keine Antwort darauf wissen: Er braucht auch keine. Wir freilich können uns viele Deutungen denken, viele Aspekte benennen, von denen jeder einzelne und vielleicht dennoch keiner das trifft, was den Spiegelmacher so sehr fasziniert, beinahe erregt.

Einer könnte sagen, das Faszinierende an der Spiegelung sei, dass sie etwas zeige, was nicht da ist, und dabei doch sogar zwei Dinge: eine Oberfläche und ein Bild. Ein anderer könnte bemerken, man könne Menschen und auch sich selbst im Spiegel erkennen, und obwohl es eine enge Verbindung zwischen Bild und Abgebildetem gebe, sei doch das eine lebendig und das andere tot. Ein verwandter Aspekt ist der, dass ein Spiegelbild so weint und lacht wie der Mensch, der vor ihm steht, ohne dabei das Geringste zu empfinden. Ein dritter und interessanter Gedanke wäre der, nach dem die eigentliche Faszination von der Unnahbarkeit der Spiegelung ausgeht: Obwohl sie uns etwas zeigt, dass doch nah zu sein scheint, können wir dieses Nahe nie berühre. Unsere Fingerspitzen treffen nur auf das kalte Glas, nicht auf ihren Gegenpart.

Wenn man ihn lächeln sieht, während er vor dem blank polierten, rechteckigen Spiegel steht, den er am liebsten pflegt und deshalb manchmal eine ganze Woche lang poliert, kommt man auf eine andere, kühnere Idee: Vielleicht geht es ihm, bewusst oder unbewusst, gar nicht darum, diese Seite des Spiegels mit größter Sorgfalt zu putzen, sondern seine.

Die Suche nach dem Sinn

geschrieben am 8. Juni 2010 um 15:23 Uhr

Ich sitze in dem Wagen; der Mond verbirgt sich hinter Wolken, und so ist es fast ganz dunkel. Die Scheinwerfer schneiden einen Tunnel in die Nacht, aber darauf achte ich nicht. Ich muss nicht steuern; der andere tut es. Es ist auch der andere, der traurig ist.
Meine eigenen Gedanken huschen hinüber zu den Lichtern, die wir passieren. Sie sind alle von der gleichen Farbe, und schemenhaft erkenne ich die seltsame trübe Anwesenheit der Industrieanlagen dazwischen. Es fällt mir leicht, mich dort hinzudenken, zwischen die Hallen und Schornsteine und die anderen namenlosen Strukturen. Ich sehe die Lichter, weit entfernt, aber ich denke mir auch die einzelnen Lampen, ihre sture Funktionalität, das Surren der Röhren, die müde Art, wie das Licht, kaum ausgesandt, von stummen Wänden und bizarren Ecken verschluckt wird, wie es sich an Kanten der Quader und Würfel und Kegel streut und dabei vergisst, woher es stammt.
Und es ist seltsam; tagsüber, so denke ich es mir, ist der Ort sicher belebt. Man stellt dort etwas her, oder man nimmt etwas und macht daraus etwas anderes. Oder man füllt etwas ab, packt etwas ein, vielleicht reißt man auch etwas aus dem Boden, um es zu verkaufen; ich weiß es nicht, und das ist schon seltsam genug. Tagsüber hat dieser Ort sicher einen Zweck, seinen Sinn, und jedermann kann ihn erkennen: Dieses Gebäude da ist für diesen oder jenen Zwecke vorgesehen, und die Ecke dort hinten, deren Sinn ist soundso, und so weiter und so fort, bis alles klar und nichts übrig ist. Die Menschen, die dort arbeiten, könnten es sicher erklären, mir erklären und auch jedem anderen. Ich müsste sogar nur dabei zusehen, wie die Arbeiter dort schaffen, und schnell würde es sich mir erschließen.
Nachts aber, da ist es anders; die Gebäude, die sich zwischen den fernen Lichtern ducken, liegen stumm und still da. Selbst wenn ich da wäre, ihren Zweck würden sie nicht verraten. Ich könnte es aufzeichnen; Buch darüber führen, welches der Gebäude wo steht, wie aussieht. Wie groß die Hallen sind, wie hoch die Dächer. Aber der Zweck, der Sinn, der bliebe verloren. Was am Tage Zwecken und Bedeutungen gehorcht, von dem bleibt in der Nacht nur die matte Reflexion der neutralen Beleuchtung, und die zufällig wirkende Anordnung der Lichtmasten verrät erst recht nichts über das Warum und das Wozu.

Ein Gedanke schleicht sich ein; Der Gedanke, dass nur wir es sind, die den Dingen Bedeutung und Sinn geben, und dass davon abgesehen nichts und niemand Bedeutung hat. Dass deshalb die Frage nach dem Warum immer leer bleiben muss. Tagsüber mögen wir uns darüber hinwegtäuschen; solange wir uns auf die Tätigkeiten besinnen können, bleibt es unsichtbar. Aber wenn sich die Dunkelheit über uns senkt und wir Zeit haben, Zeit um nachzudenken, dann bleibt von alldem nur die seltsam verstreute Halbwelt der sinnbefreiten Hüllen.

Und dann denke ich wieder an dich. Du bist weiter entfernt, als ich jemals reisen könnte, sogar weiter entfernt als der andere. Wir werden uns nicht wiedersehen: Ich weiß das, und deshalb ist er wohl traurig. Und immer wieder und wieder stelle ich mir die Frage, die nach dem Wozu, dem echten Warum: Nicht nach dem Warum der Physiker und Rationalisten, sondern nach dem, auf das es ankommt für uns Menschen.
Noch lange nach den Griechen glaubten selbst die Gebildeten, dass beide Frage dieselbe Antwort haben: Dass der Sinn in der Welt ebenso zu finden ist wie die Ursache. Manchmal möchte ich glauben, dass es nur eine Laune der Kulturen war, die uns heute anders denken lässt. Aber vielleicht ist es wirklich so, wie es die still vorbeifliegenden Lichter suggerieren: Es war einfach naiv, es war dumm zu glauben, es fände sich so etwas wie eine Bedeutung in der Welt. Alles, was geschieht, geschieht einfach nur so. Die einzelnen entstellten Elemente der Fabrik liegen einfach nur so in der Nacht; sie verfolgen keinen Zweck, sie sind nur, weil es eben so ist. Und ich muss dich vermissen, weil die Würfel nun einmal so gefallen sind und nicht anders: nicht, damit ich etwas lerne, nicht, damit du an andere Orte gelangst, die dir eher gefallen werden, auch nicht, um irgendeine Art von Prophezeiung zu erfüllen, eine Strafe abzuleisten oder ein Urteil zu vollstrecken, sondern nur aufgrund der Unerbittlichkeit von grauer Kausalität.

Nachlese: Poetry Slam in Helmstedt

geschrieben am 31. Mai 2010 um 21:30 Uhr

Am Samstag war es soweit: Um 20 Uhr startete der trotz ESC und diverser zeitgleicher Veranstaltungen der gut besuchte 5. Helmstedter Poetry Slam. Teilgenommen hat auch overclouded_tangle, und ihr Auftritt hat mir sehr gefallen. Vorgetragen wurde eine gekürzte Version von Steinernes Wasser. Hoffentlich ist sie auch beim nächsten Slam in Helmstedt dabei!